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Nachrichten überregional | Den Workers´Memorial Day gibt es seit 1984. Zum ersten Mal fand er in Kanada statt und wird seit 1989 in der ganzen Welt gefeiert. Die Gewerkschaft für Angestellte im öffentlichen Dienst hatte damals dazu aufgerufen, an die Mitarbeiter zu denken, die ihr Leben durch Arbeitsunfälle verloren haben. So soll auch im Kreis Mainz-Bingen am 28.4. an die verstorbenen Kollegen gedacht werden.

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Schnelligkeit darf nicht vor Sicherheit gehen

Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG-BAU) weist darauf hin, dass prinzipiell jeder, der auf dem Bau oder in der Landwirtschaft arbeitet ein erhöhtes Risiko hat, im Job einen Unfall zu haben oder zu erkranken. Ursachen sind häufig Stürze von Leitern, Ausrutscher mit Motorsägen oder aber auch das Hantieren mit Schadstoffen wie Asbest.

Im Rahmen des Workers´Memorial Day am 28. April ruft die IG-BAU die Mitarbeiter im Landkreis Mainz-Bingen dazu auf, in Form einer Gedenkminute den verunglückten und verstorbenen Kollegen zu gedenken. Der Bezirksvorsitzende der IG-BAU Rüdiger Wunderlich erklärt: „Ob im Homeoffice oder auf der Baustelle: um 12 Uhr sollte am Dienstag jeder kurz die Arbeit beiseite legen und an die Menschen denken, die im Job tödlich verunglückt sind oder berufsunfähig geworden sind“. Im Arbeitsalltag steht die Schnelligkeit oft vor der Sicherheit. So kam es laut Angaben der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG-BAU) im vergangenen Jahr zu 4.200 Arbeitsunfällen allein in Rheinland-Pfalz, von denen fünf sogar tödlich endeten.

Jeder Unfall ist einer zuviel

Die IG-BAU Rheinhessen-Vorderpfalz fordert stärkere Initiativen beim Arbeitsschutz, so berichtet Wunderlich: „Jeder Unfall ist einer zuviel. Die Arbeitssicherheit ist keine lästige Pflicht, sondern ein Muss. Daran darf der Chef keinen Cent sparen“. Gerade jetzt in Zeiten der Corona-Pandemie ist es wichtiger als je zuvor die Beschäftigten von beispielsweise Gebäudereinigungen vor Ansteckungen zu schützen. Dafür ist vor allem genügend Desinfektionsmittel nötig, aber auch ausreichend Zeit um sich die Hände gründlich waschen zu können. Wunderlich betont: „Auf dem Bau haben Arbeitgeber dafür zu sorgen, dass die Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden. Der Mindestabstand von 1,5 Metern – besser gleich eine ganze Zollstocklänge von zwei Metern – ist entscheidend.“ Auch auf dem Bau muss gewährleistet sein, dass ausreichend Schutzkleidung wie Masken und Handschuhe, aber auch Toiletten mit Wasseranschluss zum gründlichen Händewaschen zur Verfügung stehen.

Workers´Memorial Day dieses Jahr unter dem Motto Asbest

Wie jedes Jahr steht der Tag unter einem besonderen Motto, in diesem Jahr lautet es Asbest. Auch bei Arbeiten mit dem gesundheitsgefährdenden Stoff ist das Tragen von Schutzkleidung unerlässlich. Es wird ausdrücklich davor gewarnt, dass man auch viele Jahre später an Lungenkrebs erkranken kann, wenn man heute diesen Schadstoff einatmet. Allein 2018 gab es 161 Neuerkrankungen im Zusammenhang mit Asbest, belegen Zahlen der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung. Innerhalb von 10 Jahren sind insgesamt rund 1.800 Menschen an Spätfolgen durch Asbest erkrankt. „Ob in der alten Fassade, im Nachtspeicherofen oder im Schuppendach – Asbest ist oft versteckt. Gerade bei Sanierungen alter Gebäude kommt der giftige Stoff dann zum Vorschein. Das ist eine unsichtbare Gefahr für Handwerker“ berichtet Wunderlich.

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