©Rüdiger Nickel/Ralph Schenkenberger

Nachrichten Mainz | Der Wohnraum in Mainz ist knapp. Daher wurde bereits im letzten Jahr vermehrt die Möglichkeit diskutiert, eingeschossige Lebensmittelmärkte aufzustocken, um Wohnraum zu schaffen. Die Stadt Mainz hat dazu in den letzten Monaten analysiert, welches Flächenpotential im Stadtgebiet tatsächlich besteht. Gleichzeitig wurde geprüft, ob es Erweiterungsmöglichkeiten im städtebaulichen und baurechtlichen Sinne für die Lebensmittelmärkte gibt.

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260 Wohnungen könnten so entstehen

Insgesamt 85 Einzelhändler der Lebensmittelbranche inklusive Getränke- und Drogeriefachmärkte gibt es in Mainz. Davon sind 44 eingeschossig beziehungsweise in manchen Fällen auch zweigeschossig und wurden deshalb überprüft. Da die übrigen 41 Standorte nicht für eine Aufstockung in Frage kamen, wurde in diesen Fällen auf eine Überprüfung verzichtet.

Unter Beachtung aller Umstände kommt die Analyse zu dem Ergebnis, dass an 13 Standorten die Möglichkeit besteht, Gebäude des Lebensmitteleinzelhandels für Wohnzwecke zu erweitern und aufzustocken beziehungsweise dafür neu zu errichten.  Dadurch könnten Schätzungen zufolge rund 260 Wohnungen mit etwa 26.000 Quadratmetern Geschossfläche neu entstehen.

Wirtschaftsdezernentin Manuela Matz dazu

Diese Ergebnisse sind für Manuela Matz von großer Bedeutung. „Wir wissen jetzt sehr genau, was an welchen Standorten möglich ist und können dementsprechend jetzt sehr gezielt vorgehen“, so die Wirtschaftsdezernentin.

Dabei sei vor allem aufgefallen, dass nur zwei Standorte uneingeschränkt für die Erweiterung der Verkaufsfläche und die Aufstockung für Wohnnutzung oder eine gewerbliche Nutzung ohne Restriktionen geeignet seien. Die anderen elf Standorte könnten zwar für Wohnnutzungen aufgestockt werden, allerdings müssten dafür noch städtebauliche und architektonische Lösungen für die dortigen Grundstücksverhältnisse gefunden werden. Zudem müsste das Baurecht bei vier dieser elf Standorte für die Nutzung des Obergeschosses oder für die Erweiterung der Fläche angepasst werden.

Manuela Matz begrüßt die Möglichkeit des zusätzlichen Wohnraums

„Die Wohnraumsituation in unserer Stadt ist nach wie vor alles andere als einfach. Deshalb würden wir es natürlich sehr begrüßen, wenn durch Aufstockungen von Einzelhandelsgebäuden in Zukunft Wohnungen entstehen würden“, betont Matz. Der nächste Schritt sei es, sich die Ergebnisse sehr genau anzuschauen und diese zu bewerten. Die Lebensmitteleinzelhändler hätten dabei natürlich eine entscheidende Bedeutung.

„Wir werden deshalb in den nächsten Wochen und Monaten diese Unternehmen ganz gezielt kontaktieren, um auszuloten, was an den Standorten möglich ist. Unser Ziel ist es, gemeinsam mit allen Beteiligten Lösungen zu entwickeln, mit denen sich am Ende alle identifizieren können. Es wäre schön, wenn wir auf diese Weise zusätzlichen Wohnraum für die Bürgerinnen und Bürger schaffen könnten. Und auch im Hinblick auf einen schonenden Flächenverbrauch wäre es wünschenswert, wenn wir das vorhandene Potential größtmöglich entwickeln könnten“, sagte die Wirtschaftsdezernentin.

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