Ein Bild aus besseren Tagen, als die Abflugtafel am Frankfurter Flughafen noch prall gefüllt war. Archivfoto: Mario Thurnes

Hagen. Der auf Aktivreisen spezialisierte Anbieter „Wikinger Reisen“ hat nach eigenen Angaben alle Flugreisen bis Ende Mai abgesagt. Betroffen seien über 10 000 Gäste. Als Arbeitgeber müsse das Unternehmen nun mit Kurzarbeit und betriebsbedingten Kündigungen reagieren, um sein Überleben zu sichern.


Nichts zu tun hat die Reisebranche derzeit nicht. Nur halt nichts Gutes: Rund 500 Urlauber hat allein Wikinger Reisen aus ihren jeweiligen Reiseländern zurück nach Deutschland lotsen müssen. Doch neue Reisen vermitteln – das Kerngeschäft – ist wegen Corona derzeit kaum möglich.

Wikinger Reisen hofft auf eine baldige Besserung. Die abgesagte Reisen könnten auf Sommer- oder Herbsttermine umgebucht werden: „Wir sind dabei so kulant wie möglich und versuchen für die meisten eine kostenfreie Umbuchung zu realisieren“, sagt der geschäftsführende Gesellschafter Daniel Kraus.

71 Kündigungen ausgesprochen

Wikinger Reisen hat nach eigenen Angaben 71 betriebsbedingte Kündigungen ausgesprochen. Neun davon betrafen Mitarbeiter in der Probezeit. Die restliche Belegschaft müsse in die Kurzarbeit, teilt Kraus mit.

„Die gesamte Touristikbranche erlebt eine nie für möglich gehaltene Zäsur“, sagt Kraus. Die Taktik seines Unternehmens: „Wir machen uns klein und werden viele Jahre brauchen, die Zahlen von 2019 wieder zu erreichen. Die Spätfolgen der Pandemie für die Branche werden uns Jahre beschäftigen.“

Das große Ziel sei es, das Familienunternehmen „durch diese extreme Krise zu navigieren“ – und die vorhandenen Arbeitsplätze zu retten. Die verbliebenen Mitarbeiter würden die Kunden derzeit aus dem Home Office betreuen. Technisch sei Wikinger diesbezüglich schon gut aufgestellt.