Die Eröffnung der Ausstellung „Baukultur für das Quartier. Prozesskultur durch Konzeptvergabe“, die noch bis zum 25. September im Foyer des Stadtentwicklungsdezernates, Gustav-Stresemann-Ring 15, besichtigt werden kann, stieß auf großes Interesse. Rund einhundert Besucher konnten sich durch die Vorträge der aus dem gesamten Bundesgebiet angereisten Experten ein erstes umfassendes Bild über den Ablauf und die Chancen für die Entwicklung eines Standquartiers durch Konzeptverfahren zur Grundstücksvergabe verschaffen.

Stadtentwicklungsdezernent Hans-Martin Kessler lobte die konkrete Ausstellung und kündigte an, dass man Grundstücksvergaben durch Konzeptvergaben sehr zeitnah und konkret in neuen Stadtquartieren (beispielsweise Bierstadt Nord, Ernst-von-Harnack-Straße und weitere) umsetzen werde.

Im Rahmen der Vorträge sowohl von Seiten von Karin Hartmann als Vertreterin des Bundesministeriums für Bau-, Raum- und Stadtforschung in Bonn, als auch durch dem Leiter des Stadtplanungsamtes Wiesbaden, Camillo Huber-Braun, wurde herausgestellt, dass Konzeptverfahren für die Grundstücksvergabe einen wichtigen Beitrag dazu leisten können, gemischte Quartiere in hoher städtebaulicher Qualität zu entwickeln. Ziel dieser Verfahren ist es, die Vergabe von Grundstücken aus dem Eigentum der Stadt nicht nur nach Höchstpreisgebot, sondern auch nach dem besten vorgelegten Konzept durchzuführen.

Positive Effekte

Welche positiven Effekte die Vorgehensweise zur Vergabe von Grundstücken nach Konzepten in sich tragen kann, wurde anhand eines in der Ausstellung dokumentierten, bereits umgesetzten Projektes im Münchener Domagk-Park erläutert. Die Geschäftsführerin Yvonne Außmann (wogeno Müchen eG) und die Architektin Angelika Zwingel (architektur:zwingel/Dilg, München) stellten heraus, dass eine gute Umsetzung der aus Konzeptverfahren entwickelten Grundstücke nur dann gelingt, wenn alle Beteiligten – aus der Politik, der Stadtverwaltung und der Umsetzenden – die Projekte mit Leidenschaft betrieben.

Beim Fazit waren sich die Referenten des Abends einig: Konzeptverfahren für die Grundstücksvergabe können ein wichtiges ergänzendes Instrument sein, um lebendige, durchmischte Quartiere in hoher städtebaulicher und architektonischer Nutzungsqualität zu entwickeln.

10 Beispielhafte Verfahren

Anlässlich dieser Diskussion und der Chancen von Konzeptverfahren, die es auch für die Stadt Wiesbaden zu nutzen gilt, kündigte Stadtentwicklungsdezernent Hans-Martin Kessler an, zeitnah eine Sitzungsvorlage als Diskussionsgrundlage in den Geschäftsgang einzubringen.

Die Ausstellung „Baukultur für das Quartier. Prozesskultur durch Konzeptvergabe“ des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) untersucht im Auftrag des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat (BMI) die Frage, inwieweit Konzeptverfahren die Baukultur im Quartier beeinflussen. Die zusammenfassende Ausstellung zeigt zehn beispielhafte Verfahren aus ganz Deutschland, die im Zeitraum bis einschließlich 25. September im Wiesbadener Stadtentwicklungsdezernat, Gustav-Stresemann Ring 15, 65189 Wiesbaden, zu sehen sind. Die Ausstellung ist montags, dienstags und donnerstags von 8 bis 16 Uhr, mittwochs von 8 bis 18 Uhr sowie freitags von 8 bis 12 Uhr geöffnet.