Screenshot vom Dashboard der Johns Hopkins University

Kaum etwas ist derzeit wichtiger als Informationen. Beispielsweise darüber, wie viele Corona-Infizierte es gibt. Neben dem Robert Koch Institut (RKI) liefert auch die Johns Hopkins University (JHU) Zahlen dazu. Die JHU ist eine private Universität in Baltimore in den Vereinigten Staaten. Milliarden von Menschen verfolgen täglich die Entwicklungen des Coronavirus über den Live-Tracker der Website.

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Corona-Tracker entstand innerhalb weniger Stunden

Als einer der ersten Tracker, der die Ausbreitung des Coronavirus aufzeichnete startete er bereits Ende Januar. Das Virus konzentrierte sich zu diesem Zeitpunkt noch auf China. Lauren Marie Gardner ist Epidemiologin, außerordentliche Professorin und Co-Direktorin des Zentrums für Systemwissenschaft und -technik an der Johns Hopkins University. Sie ist der Kopf hinter dem Online-Tracker und hat die Leitung darüber inne.

Der Tracker entstand auf Initiative ihrem chinesischen Studenten Ensheng Dong. Er wollte wissen, wie es Freunden in Wuhan und anderswo in China ging. Deshalb begann er Daten aus der Region zu sammeln. Als Betreuerin seiner Doktorarbeit schlug Gardner ihm vor, Dong solle ein sogenanntes Dashboard konstruieren, um die Verbreitung des Virus auf einer Karte darzustellen. „Innerhalb von ein paar Stunden bauten wir die erste Version der Seite. Am nächsten Tag habe ich sie auf Twitter geteilt und es wurde sofort verbreitet“, erklärt Gardner gegenüber dem Magazin „Science“.

Mit einem Team aus sechs Personen startete der Tracker

„Zu Beginn bestand mein Team noch aus sechs Leuten. Aber Hopkins bot bereits früh interne Unterstützung an“, so Gardner. Mittlerweile ist der Tracker so wichtig und bedeutend für milliarden Menschen geworden, dass dieser 24 Stunden am Tag besetzt ist. Die Arbeit hat enorm zugenommen. Daher kümmern sich inzwischen mehrere Abteilungen der JHU und externe Firmen um das Sammeln der Daten, das Betreiben der Plattform und die Pressearbeit.



Woher bekommt die JHU ihre Daten?

Die Zahlen werden aus verschiedenen Quellen zusammen getragen. Unter anderem werden hier die Zahlen von Gesundheitsorganisationen wie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und dem Europäischen Zentrum zur Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) mit einberechnet. Aber der Tracker hat noch mehr Quellen. Auch die Daten von Gesundheitsbehörden und von Medienberichten wertet das System aus und bezieht es mit ein. Welche Quellen im Genauen berücksichtigt werden, dazu gibt es keine Liste.

Doch wie kann es sein, dass bei so vielen Quellen keine Fälle doppelt gezählt werden? Hier setzt die Johns Hopkins University auf die Hilfe der Technik. „Wir haben Systeme zur Erkennung von Anomalien, die uns darauf hinweisen, wenn es Unstimmigkeiten in den Fallzahlen gibt, die wir automatisch gesammelt haben“, erklärt Gardner.

 

Warum unterscheiden sich die Zahlen der JHU von denen des RKI?

Vielen dürfte es schon aufgefallen sein. Und zahlreiche Menschen stellen sich diese Frage. Wieso meldet die JHU andere Zahlen als das Robert Koch Institut? Das RKI scheint bei den Zahlen etwas hinterherzuhinken. Die Antwort ist Vergleichsweise einfach: Es liegt an der unterschiedlichen Zählweise.

Das RKI zieht als Quelle nur die Zahlen heran, die den Gesundheitsämtern gemeldet werden. Zudem aktualisiert das RKI seine Zahlen nur einmal täglich, wodurch es zu Verzögerungen kommt. Zudem werden die Meldungen teilweise durch Wochenenden noch weiter verzögert. Die JHU zieht dagegen mehrere Quellen zur Erfassung der Fälle heran, wodurch sie fast in Echtzeit die Daten aktualisieren.

Mehr über die Johns Hopkins University

Die JHU ist eine private Universität in Baltimore im US-Bundesstaat Maryland. Die Spitzenuniversität vereint die Forschung und Lehre nach dem Vorbild deutscher Universitäten, insbesondere nach dem Modell der Universität Heidelberg. Sie wurde am 22. Februar 1876 gegründet. Ihren Namen erhielt sie von dem Geschäftsmann Johns Hopkins.

Insgesamt sind mit der Universität bisher 37 Nobelpreisträger und ein Fields-Medaillen-Preisträger verbunden. Die Universität zählt zu den prestigeträchtigsten Hochschulinstitutionen des Landes.

 

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