Saarlouis. 92 Jahre alt ist Hildegard König-Grewenig. Sie ist die Gründerin der Künstlerinnengruppe „11 F“. Nun bekam sie zur Eröffnung einer Ausstellung Besuch von Oberbürgermeister Peter Demmer (SPD).

-Werbung-

Im Jahr 1977 war König-Grewenig Abteilungsleiterin der Evangelischen Akademie im Raum Saarlouis. Damals bot sie einen Kurs namens „Kreative Wandgestaltung“ an. Dass daraus die Gruppe „11 F“ hervorgehen sollte, hat sie damals nach eigener Auskunft selbst nicht erahnt.

Das F im Namen steht für Frauen. Nach 42 Jahren ist die Gruppe immer noch aktiv. Nun eröffneten sie im Kulturzentrum „Komm“ eine Ausstellung. Frausein, Weiblichkeit oder der engagierte Kampf für Frauenrechte seien Themen gewesen, die immer auch die Arbeit der Gruppe bestimmt hätten, sagte Kulturamtsleiterin Julia Henning auf der Vernisage.

Zu den Besuchern der feierlichen Eröffnung gehörte ebenfalls Oberbürgermeister Demmer. „Sie haben sich in dieser Zeit auf eigene, ungewöhnliche Art und Weise mit Themen wie Tod und Leben, Spannung und Harmonie oder Feuer Wasser, Luft und Erde beschäftigt“ sagte das Stadt-Oberhaupt.

„Waren nicht immer einer Meinung“

Demmer erinnerte auch an das politische Engagement der Gruppe. Sie habe sich stark „gegen das Vergessen“ der Verfolgung und Ermordung der Juden im „Dritten Reich“ eingesetzt. So hätten sie unter anderem eine Tafel aus Stein und Eisen für die Synagogen-Gedenkstätte gestaltet und die Reststeine der Synagoge auf dem jüdischen Friedhof als Mahnmal arrangiert. „Es macht mich traurig und betroffen, das sagen zu müssen aber ihr Kampf gegen Rassismus und für Völkerverständigung ist heute wichtiger denn je“, betonte Demmer.

„Wir waren nicht immer einer Meinung, aber auch das gehörte zum Prozess, dem anderen auch seine Sicht der Dinge zu lassen, sie aushalten zu können“, berichtete König-Grewenig, mit der Margot Bender, Marlies Eidner, Ruth Findeklee, Christel Leber, Hilde Müller-Gräff, Elvira Porn, Rose Putze, Inge Schmitt-Strassner, Marianne Seiler, Elisabeth Seybert, Renate Weper und Marga Wirtz über die Jahre zu den „11 F“ gehörten.