Symbolfoto: Pixabay

Das Coronavirus befällt die Atemwege. Es bringt das öffentliche Leben immer mehr zum Stillstand. Und die Menschen horten Klopapier. Auch im Rhein-Main Gebiet findet man nur selten welches in den Regalen der Einkaufsgeschäfte. In Oppenheim klaute ein Mann massenweise feuchtes Toilettenpapier aus einem Geschäft. Aber warum sind Menschen auf der ganzen Welt so verrückt nach dem weichen und weißen Papier?

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Was die Bevölkerung dazu sagt

In den Social Media Kanälen wie zum Beispiel Facebook lassen sich viele Menschen darüber aus. Andere erklären, warum sie mehr Toilettenpapier als sonst kaufen. Zu lesen bekommt man die unterschiedlichsten Aussagen. Viele bekommen mit, dass andere Menschen in Panik verfallen deswegen. Aus einem Reflex heraus kaufen sie automatisch auch mehr. Oder sie denken sich: Irgendeinen Grund wird es schon haben. Ich brauche das also auch, selbst wenn ich den Grund dafür nicht nachvollziehen kann.

Manche haben auch einfach nur Angst, dass andere Menschen alles leer kaufen und horten deshalb selbst Toilettenpapier um nicht irgendwann ohne dazustehen. Denn letzt endlich will niemand darauf verzichten müssen, Hygiene ist schließlich wichtig. Besonders in Zeiten von Corona.

Wieder andere kaufen lediglich für mehrere Personen ein. Das macht Sinn. Denn vor allem Menschen, die zur Risikogruppe gehören, sollten in dieser Zeit so wenig wie möglich das Haus verlassen. Schnell findet man sich selbst also in der Situation wieder für Eltern, Großeltern, eventuell die Nachbarin und sich selbst einkaufen zu gehen.

Was Experten dazu sagen

„Oft fällt uns gerade in einer Krise auf, dass etwas so Profanes wie Toilettenpapier im Alltag unerhört wichtig und zugleich unterschätzt ist“, sagt Wirtschaftspsychologin Anja Achtziger von der Zeppelin Universität in Friedrichshafen am Bodensee zur Süddeutschen Zeitung. „Die Leute hören in den Medien, dass andere viel Toilettenpapier kaufen. Im Job, in der Familie, unter Freunden wird ständig darüber geredet, ob und wie viel man bereits gehortet hat. Wer bis dahin keine Vorräte angelegt hat, wird nervös – und macht es dann schlichtweg nach“.

„Toilettenpapier ist das ideale Produkt zum Hamstern, denn es ist billig, es hält unendlich lang und es lässt sich peu à peu verbrauchen“, berichtet Psychologe Dirk Baumeier gegenüber n-tv. Baumeier zufolge haben man bei Toilettenpapier nie das Gefühl eine Fehlinvestition getätigt zu haben. Schließlich könne man auch Jahre später den gekauften Vorrat noch nutzen. „Hamstern ist ein uraltes menschliches Bedürfnis“, so Baumeier.

„Ich glaube, das ist ein Grund, warum die Leute sich an das Toilettenpapier halten, denn das ist ein Mittel, Ekel zu vermeiden.“so Steven Taylor, Professor für Psychiatrie der Universität British Columbia in Kanada. Eine weitere Erklärung für das Hamstern von Hygieneartikel im Allgemeinen könnte in unserer evolutionär bedingten Abneigung gegen Dinge liegen, die uns ekeln, so Taylor.

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