An diesem Donnerstag kam es in einem ORN-Bus der Linie 620 gegen 16:30 Uhr in Fahrtrichtung Ingelheim aufgrund der Bauern-Proteste in Mainz und dem dadurch enstandenen Verkehrschaos rund um Mainz zu einem Vorfall mit einem 10-jährigen Mädchen.


„Das ist nicht mein Problem. Da hast du Pech gehabt“

Das 10 Jahre alte Mädchen war auf dem Weg von Wackernheim nach Ingelheim, als es kurz vor der Ortseinfahrt Ingelheim zu stockendem Verkehr durch vorausfahrende Traktoren kam. Die Busfahrerin nahm deshalb Kontakt zur Leistelle auf, um wegen der bereits erheblichen Verspätung und einer anschließenden Anschlussfahrt nach einer Genehmigung zur Verkürzung der Fahrtstrecke zu bitten und kommentierte die erteilte Genehmigung mit der Aussage, dass das kein Problem wäre, da an der Realschule eh nie jemand ein- oder aussteige. Dies haben die Fahrgäste der Linie 620 mitbekommen und das Mädchen fragte daraufhin verunsichert die Fahrerin, wie sie nun an ihr Ziel kommen solle, da die Haltestelle Kohgasse, an der sie aussteigen wollte, nicht angefahren werden sollte.

Als Antwort erhielt sie „Das ist nicht mein Problem. Da hast du Pech gehabt“. Die vorgeschlagene Haltestelle als Alternative kam für das Mädchen nicht in Frage, da sie sich dort nicht auskennt und es zudem stark regnete. Die 10-Jährige stieg dann notgedrungen an der Haltestelle Steingasse aus, und rief aufgelöst und weinend ihre Eltern an, die sie kurz darauf dort einsammelten.


Stellungnahme der ORN zu dem Vorfall

Auf unsere Anfrage bei der ORN teilte uns eine Bahnsprecherin mit, „Unsere Fahrerin hat dem Mädchen trotz der angespannten Verkehrssituation mehrfach den Weg vom Winzerkeller erklärt und sich nach einer Kontaktmöglichkeit zu den Eltern erkundigt, um ihm zu helfen. Allerdings sei es an der Haltestelle wortlos ausgestiegen, wollte nicht mehr mitfahren und hat im Anschluss telefoniert.“

Nach Rücksprache mit der 10-Jährigen und ihren Eltern gab es aber laut deren Aussage weder eine Wegbeschreibung der Busfahrerin, noch eine Frage zu Kontaktmöglichkeiten der Eltern. Diese hätten sich gewünscht, dass die Fahrerin dem Mädchen die Verunsicherung genommen hätte und ihr eine Kontaktaufnahme zu den Eltern noch in ihrem Beisein geraten hätte.

Die ORN entschuldigt sich ausdrücklich für den Zwischenfall und bedauert die entstandenen Umstände. Die zuständige Teamleitung hat mit der Fahrerin ebenfalls über den Vorfall gesprochen.

Fahrgäste der Linie 620 die zu diesem Vorfall etwas mitbekommen haben, melden sich bitte in unserer Redaktion unter redaktion@boostyourcity.de.