So viel Nähe wie in alten Tagen wird es vorerst nicht geben. Dennoch will die Veranstaltungswirtschaft trotz Corona-Virus arbeiten können. Foto: Thorsten Lüttringhaus

Für die Veranstalter war 2020 ein dunkles Jahr. Corona hat ihnen nahezu das gesamte Geschäft verdorben. In Rheinhessen hat sich ein Runder Tisch um den Bundestagsabgeordneten Dr. Joe Weingarten gegründet. Dessen Ergebnisse: Die Hilfen helfen, aber den Schaustellern und Veranstaltungsmanagern geht es darum, wieder zu arbeiten – so viel, wie Corona es ermöglicht.

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An Geld scheint es derzeit nicht zu mangeln. 25 Milliarden Euro hat der Bund als Überbrückungshilfen für kleine und mittlere Unternehmen bereit gestellt. Diese Summe sei bei weitem noch nicht abgerufen worden, wie das zuständige Wirtschaftsministerium mitteilt.

Aktuell berät die Koalition aus Union und SPD, ob die Hilfen verlängert werden sollen. Der rheinland-pfälzische Bundestagsabgeordnete Joe Weingarten (SPD) würde das begrüßen: „Der Bedarf bei den kleinen und mittelständischen Unternehmen ist da.“ Doch er bringt zwei Punkte ein:

Zum einen sollen die Hilfen gleich über den Jahreswechsel hinaus verlängert werden. So erhielten die Unternehmen die notwendige Planungssicherheit. Zum anderen solle das Verfahren einfacher werden: „Ich habe daher in dieser Frage Wirtschaftsminister Peter Altmaier angeschrieben“, sagt Weingarten. Der Zugang zu dem Geld solle einfacher, die Verteilung effektiver werden.

„Zuschüsse sind eine wichtige Hilfe“

Die Hilfen sind aber nicht das, worauf die Veranstalter in erster Linie setzen: „Die Zuschüsse sind und waren eine wichtige Hilfe, um durch die schwere Zeit zu kommen“, sagt Tim Sandrock, Geschäftsführer von Flo-Service. Allerdings seien sie nur ein Ersatz: „Uns ist wichtig, dass wir wieder arbeiten können.“ Weingarten, Sandrock und andere Veranstalter gehören zu einem Runden Tisch, der sich mit der Frage beschäftigt, wie die Branche durch die Pandemie gebracht werden kann.

Yvonne Wuttke von der Kulturei Mainz sagt, die Menschen hätten ein Bedürfnis, sich zu treffen und zu feiern: „Es ist besser, diese Treffen so zu organisieren, dass sie unter entsprechenden Hygieneregeln möglich werden, deren Einhaltung von Profis garantiert wird.“ Von Profis organisierte Veranstaltungen seien bisher „nicht zu Spreading-Ereignissen ausgeartet“, sagt Marco Sottile von den Schaustellerbetrieben „Sottile & Barth“.

Es gehe auch um Verhältnismäßigkeit, sagt Maximilian Dick, Geschäftsführer von Mecovent: „Es ist niemandem zu vermitteln, wenn Treffen mit einem sinnvollen Hygienekonzept nicht erlaubt werden, während sich bei anderer Gelegenheit Menschen unter Bedingungen treffen, die eine Verbreitung des Virus fördern.“

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