Blaulichtmeldung Bundesweit | Eine Fahrzeugkontrolle führte am gestrigen Mittwoch zur Entlarvung des “Urkundenfälschers des Jahres”. Gegen 10.40 Uhr fiel einem Motorradpolizisten in Bochum ein Fahrzeug mit Rechtslenker und englischem Kennzeichen auf, dessen Fahrer war nicht angeschnallt.


Der deutsch sprechende 79-jährige Fahrer händigte dem Polizisten ein Papier “International Driving Document” mit dazugehöriger Plastikkarte aus. Weiterhin gab der Mann an, in Großbritannien sowie in den Vereinigten Staaten zu wohnen. Als Nachweis händigte er eine ID-Karte aus, die erkennen ließ, dass der Karteninhaber in dem US-Staat Kalifornien lebt, 79 Jahre alt ist und einen Doktortitel trägt.

Schnell war dem Polizisten klar, dass die Dokumente gefälscht sind und er begann mit einigen Fragen

An welcher Universität haben sie den Doktortitel erworben?
Ich kann mich nicht genau erinnern!

Was war denn deren Titel?
Der ist mir entfallen, aber ich habe mich mit internationalem Recht beschäftigt!

Wenig später hörte der Polizist mit den Fragen auf und eröffnete dem Autofahrer den Tatvorwurf des Missbrauchs von Titeln. Das war noch lange nicht alles.

  • Das Auto ist in England nicht versichert
  • Es besteht dort eine Steuerschuld seit 2013
  • Die technische Überprüfung hat seit knapp sieben Jahren auch nicht mehr stattgefunden

Darüber hinaus räumte der Senior ein, nie eine Fahrerlaubnis besessen zu haben und seit Jahren mit seinen Fantasiedokumenten unterwegs zu sein. Ergänzend gab er zu verstehen, dass er durch “seinen” Doktortitel bei Kontrollen erheblich vertrauenswürdiger wirkt.

Aber wer ist der Mann nun wirklich?

Das stellte sich erst auf der Wache heraus, nach der Auswertung seiner Fingerabdrücke.

Es handelt sich um einen einschlägig polizeibekannten Gewohnheitsbetrüger, der wirklich 79 Jahre alt ist und nicht in England oder im sonnigen Kalifornien lebt, sondern in Dortmund.

Dorthin ging es für den Senior nach der umfangreichen Anzeigenaufnahme zurück, aber nicht mit dem Auto und auch ohne die vielen sichergestellten Ausweise, Dokumente und Plastikkarten. Die und der 79-Jährige werden den Ermittlern noch ganz viel Arbeit bereiten.