Symbolbild Polizei | Foto: Thorsten Lüttringhaus

Es gibt ja viele Berichte über Fehlverhalten zum Thema „Rettungsgasse“ aber das was sich am Donnerstag auf der A8 bei Holzkirchen (Oberbayern) abgespielt hat, sucht seines Gleichen.

Die Autobahnpolizei Holzkirchen sowie die Feuerwehren Hofolding und Sauerlach wurden am Donnerstagmorgen gegen 09:30 Uhr zu einem Einsatz auf die A8 alarmiert. Dort war in Fahrtrichtung Salzburg, bei Autobahnkilometer 18,5, der Motor eines slowenischen Sattelzuges in Brand geraten. Glücklicherweise konnte der Brand durch den LKW-Fahrer eingedämmt werden. Der Fahrer blieb unverletzt.

Jetzt nimmt das Unfassbare seinen Lauf

Auf der Anfahrt zu der Einsatzstelle fuhren zwei Löschfahrzeuge der Wehren hintereinander durch die gebildete Rettungsgasse.

64-jähriger überholte die Einsatzfahrzeuge links

Ein 64-jähriger Berliner nutzte mit seinem Audi Q3 die in der Rettungsgasse entstehenden Lücken, um die mit Blaulicht und Martinshorn fahrenden Löschfahrzeuge zu überholen.
Das hintere Löschfahrzeug wurde durch den Berliner in der Rettungsgasse links überholt. Da jedoch das vorausfahrende Löschfahrzeug weiter links versetzt fuhr, war zumindest anfänglich ein weiteres Linksüberholen für den Audi-Fahrer nicht möglich.

Davon jedoch ließ sich der Fahrer nicht abhalten und überholte das vordere Löschfahrzeug kurzer Hand rechts in der Rettungsgasse. Durch diesen Spurwechsel zwang er eines der Einsatzfahrzeuge sogar zum Abbremsen und Ausweichen

Kurz vor der Einsatzstelle konnte der Berliner im Stau durch die Einsatzfahrzeuge wieder überholt werden. Durch eindeutige Handzeichen machten die Feuerwehrleute die Autobahnpolizei auf das Verhalten des Berliners aufmerksam.

Anhaltezeichen ignoriert und Polizisten angefahren

Doch wer glaubt, dass das Ganze jetzt ein Ende hat, der irrt.
Zwei Polizeibeamte der Autobahnpolizei wollten den PKW nun an der Einsatzstelle kontrollieren. Hier war der rechte Fahrstreifen durch den brennenden LKW versperrt, so dass die Polizeibeamten ihn auf dem linken Fahrstreifen anhalten wollten.

Die Anhaltezeichen der Beamten ignorierte der 64 jedoch und fuhr auf den auf der Fahrbahn stehenden Beamten zu. Als dieses der Beamte realisierte, war es für ihn nicht mehr möglich sich aus dem Gefahrenbereich zu bringen. So wurde er durch die Front des Q3 an beiden Knien angefahren und verletzt.

Ehefrau auf dem Beifahrersitz geschlagen

Zeitgleich wurden die weiteren Beamten durch die heruntergelassene Seitenscheibe aufs übelste beschimpft und beleidigt. Auch weiteren Anordnungen zur Seite zu fahren, kam der 64-jährige nicht nach. Erst als die sich auf dem Beifahrersitz befindliche Ehefrau des Berliners ins Lenkrad griff, konnte er zum Einlenken gebracht werden.

Darauf begann der Berliner auf seine Frau einzuschlagen, so dass die Beamten sofort eingriffen und den Fahrer gewaltsam aus seinem Fahrzeug holen mussten. Auch hier wurden sie noch weiter massiv beschimpft und beleidigt.

Polizei auch bei Weiterfahrt getäuscht

Nachdem die Polizei nun seinen Führerschein beschlagnahmt und den 64-Jährigen ausführlich belehrt hat, wurde der Berliner wieder entlassen mit der Option, dass eine Ehefrau die Fahrt fortsetzt. Kurz nachdem das Paar den Polizeiparkplatz verlassen hatte, konnte eine Streife der Autobahnpolizei beobachten, wie der Mann den Platz mit seiner Frau wieder getauscht hatte und selbst wieder hinter dem Steuer saß.

Die Weiterfahrt wurde daraufhin unterbunden und alle Beteiligten zurück auf die Wache der Autobahnpolizei Holzkirchen gebracht.

Erneute Schläge gegen seine Frau auf der Polizeiwache

Dort ging es dann erneut Handgreiflich zu. Im Beisein der Beamten, schlug der Berliner auf der Dienstelle seiner Frau mit der Hand ins Gesicht und musste erneut von den Beamten überwältigt werden. Hierbei kam es zu massiven Widerstandshandlungen gegen die Beamten

Weder die Ehefrau noch ein herbeigerufener Arzt konnten sich das aggressive Verhalten des 64-Jährigen erklären. Da der Arzt eine psychische Erkrankung nicht ausschließen konnte, wurde der Berliner in eine psychiatrische Einrichtung eingewiesen.

Eine Beeinflussung von Alkohol oder Drogen konnte zumindest ausgeschlossen werden.

Mehrere Anzeigen erstattet

Den 64-Jährigen erwarten jetzt gleich mehrere Anzeigen wegen Gefährdung des Straßenverkehrs, gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr, gefährliche Körperverletzung sowie Beleidigungen. Sein Führerschein wurde auf Anordnung der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt.

Den eigentlichen Einsatz des brennenden LKW, konnten die Einsatzkräfte der Feuerwehren, nach kurzen Nachlöscharbeiten, relativ schnell beenden.