Affenjungen spielen lieber mit Autos. Foto: ZDF und Offspring

Mainz. Genderforscher müssen jetzt tapfer sein. Sehr tapfer. Forscher haben eine Reihe mit Bärenpavianen durchgeführt. Sie haben dem Nachwuchs der Affen Spielzeug vorgelegt. Und haben heraus gefunden: Jungs bevorzugen Autos, Mädchen Puppen. Zu sehen ist das am Sonntag, 22. September, in der Reihe Terra X.

“Spielen im Tierreich – Lernen fürs Leben” heißt die Folge der Reihe. Die Dokumentation zeigt, welchen Nutzen das Spiel für Tiere hat. Das bietet dem Zuschauer einige Rückschlüsse auf das Sozialleben von Tier und Mensch – und ist unendlich süß. Etwa wenn kleine Elefanten herausfinden, wozu sich der Rüssel alles einsetzen lässt.

… und Mädchen lieber mit Puppen. Foto: ZDF und Offspring

Wobei das Spiel der Tiere meist ernste Ziele hat: Die Kleinen arbeiten an ihrer Kondition, ihrer Schnelligkeit und ihre Geschicklichkeit. Zudem lernen sie, wie sie sich in der Gemeinschaft verhalten müssen. Entgegen früherer Hypothesen haben Forscher herausgefunden, dass nicht nur Vögel und Säugetiere spielen – sondern auch Fische, Reptilien und Weichtiere.

Wobei aus dem Spiel in der freien Natur schnell Ernst wird. Etwa bei jungen Gibbons. Sie hangeln sich im thailändischen Regenwald von Ast zu Ast. Das müssen sie lernen für die Zukunft. Doch wenn die Versuche in der Gegenwart schief gehen, nehmen andere Raubtiere keine Rücksicht darauf. Und so süß es auch ist, wie das Elefanten-Kalb mit seinem Rüssel spielt. Die 40 000 Muskeln des Körperteils zu beherrschen, wird einst überlebenswichtig für das Tier sein.

Auch erwachsene Tiere spielen

Terra X beantwortet in der Folge den Zuschauern viele Fragen, die sie sich schon immer gestellt haben, etwa: Verabreden sich die Vögel, um auf mein Auto zu koten? Ja, manche tun das wirklich. Keas etwa weisen ihre Artgenossen zumindest darauf hin, wenn sie einen Gegenstand gefunden haben, mit dem sich spielen lässt. Das kann dann auch ein Auto sein, dass die Papageien regelrecht auseinander nehmen.

Auch erwachsene Tiere spielen noch. Zumindest theoretisch. Der Überlebenskampf lässt ihnen meist keine Zeit oder keine Energie mehr dazu. Der Nachwuchs kann sich das Spielen leisten, weil die Erwachsenen die Kleinen freihält.

So wie es unsere Gesellschaft mit Gender-Forschern tut. Die haben jetzt die Zeit herauszufinden, warum es letztlich gesellschaftliche Umstände sind, die Bärenpavian-Mädchen dazu bringen, lieber mit Puppen zu spielen.

Terra X, “Spielen im Tierreich – Lernen fürs Leben”, läuft am Sonntag, 22. September, um 19.30 Uhr im ZDF. In der Mediathek kann die Folge ab kommenden Mittwoch, 10 Uhr, abgerufen werden.

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