Foto: Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz

Bei Ausgrabungsarbeiten im Bereich der Residenzpassage haben Archäologen der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE) gleich mehrere interessante Entdeckungen gemacht.

Im Rahmen der Stadtkerngrabung, die aufgrund der Neubebauung des Areals rund um das mittlerweile abgerissene Kino gesetzlich vorgeschrieben ist, stießen die Archäologen auf Funde und Befunde, die aus der Römerzeit bis zum Zweiten Weltkrieg reichen.

Highlight der Ausgrabung sind gut erhaltenen Steindruckplatten

Foto: Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz

So wurden nun Überreste von Grundstücksmauern und einer römischen Heizung aus dem 2. Jahrhundert gefunden. „Hier stand in der römischen Zeit ein Wohngebäude, das in ein recht wohlhabendes Viertel eingebettet war“, erklärt Dr. Marion Witteyer, Leiterin der Direktion Landesarchäologie, Außenstelle Mainz.

Die Highlights der Ausgrabung stammen allerdings aus der Neuzeit. Es handelt sich dabei um gut erhaltene Steindruckplatten mit verschiedenen Motiven, darunter unter anderem eine Stadtansicht und diverse Etiketten von Weinhandlungen.

„Wir haben vereinzelt auch Druckvorlagen gefunden, deren Auftraggeber bzw. Firmen es heute noch gibt“, führt Witteyer aus. Über 20 solcher mithilfe einer Steinpresse hergestellten Druckerzeugnisse haben die Archäologen bereits aus dem Boden geholt.

Einst Druckerei auf dem Gelände des ehemaligen Kino

Die Druckplatten stammen aus dem Zeitraum zwischen dem späten 19. und Mitte des 20. Jahrhunderts. Wie Witteyer bei ihren Recherchen herausfand, gab es einst eine Druckerei auf dem Gelände der ehemaligen Residenzpassage, die von Georg August Walter geführt wurde.

Foto: Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz

Der Lithograph und Drucker war vor dem Zweiten Weltkrieg im Besitz der beiden Häuser 32 und 34 in der Schillerstraße. „Mit diesen Platten haben wir Gegenstände gefunden, die die Existenz der Druckerei an dieser Stelle belegen. Bislang gab es dazu nur schriftliche Quellen. Der Fund dürfte auch für Historiker interessant sein“, ist sich Witteyer sicher.