„Die Türkei missbraucht die Verzweiflung der Menschen, um Druck auf die Europäische Union und Griechenland auszuüben. Gleichzeitig lässt die EU zu, dass internationale Abkommen verletzt werden, für deren Einhaltung sie sorgen müsste. Auch die Entscheidung der griechischen Regierung, das Recht auf Asyl aufzuheben, kritisiert Ärzte der Welt nachdrücklich.“, das teilen die Ärzte wegen der Situation an türkisch-griechischen Grenze mit.

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Griechenland schiebt in die Herkunftsländer ab

In der vergangenen Woche entschloss sich die griechische Regierung, neu ankommende Asylsuchende in ihre Herkunfts- oder Transitländer direkt abzuschieben. Dies verstößt gegen die Genfer Konventionen.

Zudem sind die Flüchtlinge und Mitarbeiter*innen von Hilfsorganisationen auf den Inseln und an der türkischen Grenze massiver Gewalt durch Sicherheitskräfte, griechische Bürger und Rechtsradikale ausgesetzt. Dies ist auch ein Resultat eines Klimas der Panik, das von griechischen und europäischen Politiker*innen zum Teil befeuert worden ist.

François De Keersmaeker, Direktor von Ärzte der Welt Deutschland

„Menschen in ein Land abzuschieben, in dem ihr Leben in Gefahr ist, ist illegal und unmenschlich. Diese Praxis muss sofort ein Ende haben. Misstrauen und Hass gegen Flüchtlinge und ihre Unterstützer*innen zu schüren ist unverantwortlich und gefährlich. Es schadet massiv nicht nur den Betroffenen, sondern auch dem Rechtsstaat und der ganzen Gesellschaft. Statt sich in diffuser Schutzschild-Rhetorik zu üben, sollten die europäischen Politiker*innen lieber endlich einen vernünftigen Mechanismus zur Verteilung der Flüchtlinge innerhalb der EU schaffen.“

Kaum sauberes Wasser oder Lebensmittel

Gleichzeitig muss die Situation der Menschen in den überfüllten Aufnahmelagern auf den griechischen Inseln dringend verbessert werden. Eine Maßnahme muss sein, Flüchtlinge, vor allem unbegleitete Minderjährige, in andere europäische Länder umzusiedeln. Auch die Flüchtlinge auf türkischer Seite, zum Beispiel in der Region Edirne, müssen dringend Unterstützung erhalten. Viele sind gezwungen, im Freien oder in Zelten zu übernachten, ohne ausreichenden Zugang zu sauberem Wasser, Lebensmitteln und medizinischer Versorgung.

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