Da die Corona-Infektionen steigen, können sich Patienten mit Atemwegserkrankungen wieder telefonisch krankschreiben lassen. Darauf hat sich die Selbstverwaltung des Gesundheitswesen geeinigt. Der Schritt soll volle Wartezimmer vermeiden. Das funktioniert, wie eine Studie der DAK-Gesundheit zeigt.


Der Beschluss gilt vorerst bis zum Jahreswechsel. Menschen mit leichten Atemwegserkrankungen können sich telefonisch bis zu sieben Tage krankschreiben lassen. Wobei ihr Arzt sich „persönlich vom Zustand der Patienten durch eine eingehende telefonische Beratung überzeugen“ soll, wie es in dem Beschluss heißt. Diese Krankschreibung kann dann noch einmal telefonisch für weitere sieben Tage verlängert werden.

„Angesichts der aktuellen Infektionsdynamik und der anstehenden Erkältungszeit ist es wichtig, Patienten nach Möglichkeit den Besuch einer Arztpraxis mit dem damit verbundenen Ansteckungsrisiko zu ersparen und auch die Praxen zu entlastet“, sagt Andreas Storm, Vorstandschef der DAK-Gesundheit. Sein Haus sieht in der telefonischen Krankschreibung ein „sinnvolles Mittel“.

Genutzt aber nicht missbraucht

Dieses Mittel werde genutzt, aber nicht missbraucht, sagt Storm. Das habe unter anderem eine Forsa-Befragung ergeben, die sein Haus im Frühjahr in Auftrag gegeben hatte: Nur etwas mehr als ein Drittel derjenigen, die in der ersten Pandemiewelle einen sogenannten gelben Schein brauchten, holte sich demnach diesen über eine telefonische Krankschreibung. Eine große Mehrheit von 88 Prozent der telefonisch Krankgeschriebenen (88 Prozent) sagte, sie wäre persönlich in eine Arztpraxis gegangen, wenn es die Sonderregelung nicht gegeben hätte.

„Auch Ärzte haben im Frühjahr die Möglichkeit der telefonischen Krankschreibung umsichtig eingesetzt und dadurch eine Ansteckungsgefahr in ihren Praxen minimiert. Das ist vor allem für Risikogruppen wie ältere Menschen und Patienten mit Vorerkrankungen wichtig“, so Kassenchef Andreas Storm. Für die DAK-Gesundheit seien dies gute Gründe für ein erneutes Inkrafttreten der Sonderregelung. „Wir begrüßen die Wiedereinführung der telefonischen Krankschreibung ausdrücklich.“