Symbolfoto 3D-Drucker: Pixabay

Halle. Der Attentäter von Halle hat Teile mehrerer Schusswaffen, die zum Einsatz kamen, mithilfe eines 3D-Druckers hergestellt. Nach Recherchen des ZDF-Magazins “Frontal 21” hatte Stephan B. zuvor offenbar selbst detaillierte Anleitungen zum Bau von Waffen im Internet verbreitet, darunter Pläne für eine Maschinenpistole des Typs Luty, die er bei der Tat bei sich trug.

Der 27-Jährige, den die Polizei noch am Mittwoch festgenommen hat, stellte zudem 3D-Modelle für Magazine und Einzelteile von Waffen ins Internet. “Frontal 21” liegen nach eigenen Angaben 38 Dateien vor. Mit entsprechender Technik ließen sich die Bauteile damit ausdrucken. Der Bau von Waffen – auch mithilfe eines 3D-Druckers – ist in Deutschland ohne ausdrückliche Erlaubnis verboten.

Stephan B. veröffentlichte zudem eine englischsprachige Anleitung zur Herstellung von Munition für eine selbstgebaute Schrotflinte. Auf einem Foto ist zu sehen, dass auf eine der Patronen ein Hakenkreuz aufgemalt wurde. Zeitstempel der Bilddateien legen nahe, dass B. spätestens im Juni 2019 mit den Vorbereitungen für einen Anschlag begann.

Seine Tat übertrug der Attentäter mit einem Smartphone in Echtzeit auf einer Internetplattform, die vor allem von Computerspielern genutzt wird. In Foren hatte er zuvor den Link zu der Übertragung gestreut, mitsamt einer Art Manifest, in dem er seine rechtsextremistischen Motive für die Tat erläutert. In einem dieser Foren verbreitete ein anonymer Nutzer, mutmaßlich Stephan B. selbst, auch einen Link zu den Bauplänen für die Waffen.