Nachrichten Mainz – An diesem Freitag stellte Sozialdezernent Dr. Eckart Lensch zusammen mit der Leiterin des Amtes für Jugend und Familie, Juliane Opalka, das Konzept und die wesentlichen Eckpunkte für einen eingeschränkten Regelbetrieb in städtischen Kitas vor.


Vom erweiterten Notbetrieb zum eingeschränkten Regelbetrieb

Noch über längere Zeit wird die Corona-Pandemie das öffentliche Leben und den Alltag der Menschen prägen. Aber das Infektionsgeschehen lässt es nun zu, vom erweiterten Notbetrieb in Kitas zu einem eingeschränkten Regelbetrieb überzugehen. Die Betreuung von Kindern in Kindertagesstätten muss allerdings anders gestaltet werden, um einerseits dem Auftrag „Betreuung, Bildung und Erziehung“ so weit wie möglich gerecht zu werden und andererseits Infektionsrisiken, wo immer möglich, zu verringern.

„Die Landeshauptstadt Mainz arbeitet bereits seit längerem daran, wie sich die Wiederaufnahme des Betriebs städtischer Kindertagesstätten gestalten könnte. Nachdem auf Landesebene die Leitlinien zur Ausgestaltung vorliegen, konnte das Konzept der Landeshauptstadt damit abgeglichen und feinjustiert werden“, erklärt Sozialdezernent Dr. Eckart Lensch. Das aktuelle Konzept und die verschiedenen Schritte wurden auch bereits an den Stadtelternausschuss (Stea) übergeben. Auch die Kita-Leitungen wurden an diesem Freitagmorgen informiert.

Sozialdezernent Dr. Lensch: „Die gute Zusammenarbeit mit den Eltern und dem Stea wird es ermöglichen, das Konzept immer wieder an die tatsächlichen Entwicklungen (Kinderzahlen, Personalressource, etc.) anzupassen. Die Kitaleitungen vor Ort wiederum werden über einen großen Gestaltungsspielraum verfügen, um den eingeschränkten Regelbetrieb in den Kita passgenau einzuführen.“

Das Stufenkonzept berücksichtigt alle wichtigen Punkte

Das Ziel ist es, dass ab Juni alle Kinder wieder in die Kitas kommen können, wenn auch zeitlich eingeschränkt. Dabei müssen die Kinder und ihre Familien, ebenso wie auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Kitas so gut nur irgend möglich vor Infektionen geschützt werden, soweit die besonderen Bedingungen und Umstände von Kinderbetreuung dies zuließen. Und natürlich sollten im Falle des Falles eventuelle Infektionswege nachvollziehbar sein. „Das jetzt erarbeitete Stufenkonzept berücksichtigt alle diese Punkte und ist gleichzeitig flexibel genug. Der gute Wille in den Kitas ist da, mitzugehen – im Sinne der Kinder und ihrer Familien.“

Die wesentlichen Eckpunkte des eingeschränkten Regelbetrieb sehen wie folgt aus:

  • Die bisherige Öffnungszeit von 7:00 bis 17:00 Uhr soll eingeschränkt werden auf 8:00 bis 16:00 Uhr, um gestaffelte Betreuungsangebote und -zeiten anzubieten.

Das bedeutet:

  • Teilzeitkinder von 8:00 bis 12:00 Uhr mindestens im wöchentlichen Wechsel
  • Ganztagskinder von 8:00 bis 14:00 Uhr mit Mittagessen mindestens im wöchentlichen Wechsel
  • Schulkinder (Hort) nach der Schule bis 16:00 Uhr mit Mittagessen, mindestens im wöchentlichen Wechsel
  • Kinder unter drei Jahren von 8:00 bis 14:30 Uhr (wegen Schlafenszeit) mit Mittagessen an 5 Tagen in der Woche, durchgängig. Dies ist darin begründet, dass aus pädagogischer Sicht für diese Kinder eine stabile und regelmäßige Betreuung erforderlich ist.

Die verbleibende Zeit von 14:00 Uhr bis 16:00 Uhr dient dem Personal der Kindertagesstätten dazu, die erforderlichen Hygienevorschriften umzusetzen und den nächsten Tag zu planen und vorzubereiten.

  • Beginnend mit den Vorschulkindern (rund 1.100) sollen die Kitas ab Juni nach und nach belegt werden.
  • Ob Notbetreuung oder ob eingeschränkter Regelbetrieb – in jedem Fall sind verbindliche Anmeldungen erforderlich.
  • Notbetreuungsplätze sollen in Mainz weiterhin zur Verfügung stehen, allerdings mit anderer Nachweispflicht als bisher. Die Kriterien für die Inanspruchnahme werden sich an den Richtlinien des Landes orientieren und mit den freien Trägern abgestimmt.
  • Die derzeitige Obergrenze von 10 Kindern pro Gruppe soll in Kindergarten (2 bis 6 Jahre) und im Hort (Ü3) auf 15 Plätze erhöht werden. In Krippen sollen maximal 10 Kinder pro Gruppe sein, was ihrer üblichen Gruppengröße dann wieder entspricht.

„Das zentrale Grundprinzip lautet, maßgeschneiderte Lösungen vor Ort in den Kitas zu finden“ erläutert Amtsleiterin Juliane Opalka: „Zahlreiche Entscheidungen werden die Kitas zu treffen haben. Die Lösungen orientieren sich dabei an Fragen wie: ‚Wie groß sind die Ressourcen, und wie kann man sie gerecht und transparent verteilen? Wie kann man zusätzliche Räumlichkeiten und Personal (außerhalb der Fachkräftevereinbarung, z.B. Eltern) einsetzen, um Kapazitäten weiter aufzubauen und um möglichst nah an den tatsächlichen Bedarf heran zu kommen?‘“ Das Konzept werde in Abstimmung mit den Kitas wöchentlich evaluiert und entschieden, welche weiteren Schritte zu gehen sein werden.