Material für Rheinstein-Ton im Steinbruch Trechtingshausen | Foto: Chiara Forg

Nachrichten Bingen | Im Steinbruch Trechtingshausen wird ein Ton-Schluff-Feinsand-Gemisch aus dem Gestein des Rheinischen Schiefergebirges hergestellt. Dieses Gemisch erhält nun einen neuen Namen. Dr. Willem Douw, der Betriebsleiter der Hartsteinwerke Sooneck GmbH, teilte über den Termin vor Ort hinaus gegenüber Boost your City mit, wie es dazu kam.

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Tradition und Qualitätsanspruch

Das Gemisch ist in der Branche als „Filterkuchen“ bekannt und entsteht im Steinbruch Sooneck in unmittelbarer Nähe der Burg Rheinstein. Nun erhält es den Namen „Rheinstein-Ton“. Mit dem neuen Namen will die Hartsteinwerke Sooneck GmbH ihre jahrhundertealte Tradition am Rhein und zugleich ihren hohen Qualitätsanspruch verdeutlichen.

Die Geschichte des Steinbruchs Sooneck reicht bis in das 17. Jahrhundert zurück. Im Jahr 1829 erhielt die Burg Rheinstein ihren Namen, weil sie, genau wie der Steinbruch, in einer imposanten Felslage oberhalb des Rheintals thront.

„Rheinstein-Ton drückt diese Geschichte besser aus als jeder andere Name“, sagt Dr. Willem Douw, Betriebsleiter der Hartsteinwerke Sooneck GmbH. Er fügt hinzu: „Mit dem Begriff Ton wollen wir auf die hohe Qualität unseres bisher als Filterkuchen bekannten Gemisches hinweisen. Denn wir legen beim Rheinstein-Ton wie bei allen unseren Produkten höchsten Wert auf Qualität.“

Rheinstein-Ton hat bessere Druckfestigkeit

Die Umbenennung vom Filterkuchen in Rheinstein-Ton ist auch aus fachlicher Sicht sinnvoll, weil „Ton“ den Charakter des Produktes wesentlich besser beschreibt. Ton gehört schon lange Zeit in der Baustoffindustrie zu den wichtigsten Rohstoffen. Der Rheinstein-Ton eignet sich zum Beispiel für Dach- und Mauerwerkziegel, aber auch für Fassaden- und Pflasterklinker.

Der Betriebsleiter und Bergbau-Ingenieur, Dr. Willem Douw, räumt mit einer Fehleinschätzung auf und erklärt: „Es ist falsch zu meinen, dass Ton gleich Ton ist. Ganz im Gegenteil! Die Massen, aus denen Baukeramiken gebrannt werden, werden in einem hochspezialisierten Auswahlverfahren zusammengesetzt. Der Rheinstein-Ton mischt sich wegen seines Kornaufbaus und des Wassergehalts sehr gut mit den weiteren Erden, mit denen die Massen im Mischbett für Verarbeitung vorbereitet werden. Im Brennprozess spielt der Rheinstein-Ton seinen größten Vorteil aus. Bereits bei niedrigen Brenntemperaturen setzt beim Rheinstein-Ton die Sinterung ein. Dies verleiht den Brennprodukten eine bessere Druckfestigkeit.“



Massive Beschleunigung des Verwitterungsprozesses

Bei der Verwitterung der Gesteine des rund 400 Millionen Jahre alten Rheinischen Schiefergebirges entstanden im Westerwald durch Erosion mittels Wasser große und vereinzelt am Hunsrück- und Taunussüdrand kleine Tonvorkommen. Diese bestehen aus sehr feinkörnigen Komponenten, überwiegend mit einer Korngröße von unter 0,002 Millimeter.

Im Steinbruch Sooneck wird dieser Verwitterungsprozess ebenfalls vollzogen, jedoch wesentlich schneller. Nach dem Sprengen werden die feinsten Komponenten durch Siebe trocken abgetrennt. In der Nassaufbereitung werden mittels Wasser die Korngrößen von unter 0,002 Millimeter aufkonzentriert. Dabei wird auch der Quarzgehalt reduziert. Um das Wasser anschließend wieder verwenden zu können, wird der Rheinstein-Ton in einer sogenannten Kammerfilterpresse auf einen für die Kunden optimalen Wassergehalt entwässert. Vereinfacht gesagt wird dabei der natürliche Verwitterungsprozess stark beschleunigt. Anstatt rund 400 Millionen Jahre dauert der Prozess dann nur noch wenige Tage. Fortlaufende Qualitätskontrollen gewährleisten, dass mit dem Rheinstein-Ton ein Produkt mit den für die verschiedenen Einsatzmöglichkeiten besten Eigenschaften entsteht und zugleich die Bodenverbesserung erreicht wird.

Serie über die Hartsteinwerke Sooneck GmbH:
Teil 1: Hartsteinwerke Sooneck: Die Geschichte vom Steinbruch Trechtingshausen
Teil 2: Erweiterungen vom Steinbruch Trechtingshausen sind notwendig
Teil 3: Steinbruch Trechtingshausen soll Touristenattraktion werden

Teil 4: Steinbruch Trechtingshausen als Attraktion der Buga2029 geplant
Teil 5: Hartsteinwerke Sooneck: Steinbruch Trechtingshausen wird leiser und sauberer

Video über den Steinbruch Trechtingshausen:

 

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