Nachrichten Bingen | Der Steinbruch bei Trechtingshausen soll künftig verstärkt als touristische Attraktion hervorgehoben werden. Diese Anregung aus einer Bürgerversammlung vom 25. August 2020 will der Steinbruchbetreiber Hartsteinwerke Sooneck GmbH aufnehmen und über die nächsten Jahre hinweg planvoll umsetzen. In enger Abstimmung mit dem Gemeinderat, der Bürgerschaft und weiteren interessierten Partnern sollen Möglichkeiten erarbeitet werden, wie der seit Jahrhunderten zum Landschaftsbild gehörende Steinbruch für Touristen erlebbar gemacht werden kann, ohne den laufenden Abbaubetrieb zu stören.

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Aussichtspunkte in den Steinbruch

Als möglichen attraktiven Standort für Aussichtspunkte in den Steinbruch hinein regten Teilnehmer aus der Bürgerschaft die Bruchkante in der Nähe des Pfaffenfelsens an. Der Betriebsleiter Dr. Willem Douw nennt die Burg Sooneck. Der diplomierte Bergbau-Ingenieur führt regelmäßig Besucher aus Deutschland und dem Ausland zu diesen Standpunkten, um ihnen von dort einen ungefährlichen Einblick in das Steinbruchgeschehen zu gewähren. Er kennt aus dieser Erfahrung auch die häufigsten Fragen, die gestellt werden: „Die Faszination, die von einem Steinbruch im Betrieb ausgeht, ist für viele Menschen groß. Sie bestaunen die riesigen Erdbewegungsmaschinen und fragen sich, was sich dahinter verbirgt. Daher bedarf es ausgewiesener Aussichtspunkte mit Aufklärungstafeln, die die Wanderer, Biker und Besucher informieren. Dabei sollte zum einen die historische Dimension erklärt und zum anderen dargestellt werden, welche Bedeutung der Steinbruch heutzutage hat.

Ebenso wird häufig die Frage gestellt, was eigentlich mit den hier abgebauten Steinen geschieht. Es empfiehlt sich also, auch Informationen über den Abtransport und vor allem über ausgewählte Bauwerke, die mit Trechtingshauser Material entstanden sind, zu geben. Neben den Aussichtspunkten in den Steinbruch stößt nach den Erfahrungen des Bergbau-Ingenieurs auch die Schiffsverladestelle am Rhein häufig auf reges Interesse. „Hier könnten auch Informationstafeln stehen“, regt er an, und fügt hinzu: „Perspektivisch könnte ich mir angesichts des E-Bike-Booms auch eine geführte Fahrradroute vom Rhein zu den Aussichtspunkten am Hang vorstellen. Mit einem E-Bike wäre eine solche Strecke auch für normal konditionierte Radfahrer gut zu bewältigen.“ Spannend wäre es auch die Verladestelle der Seilbahn, die einst das Bergwerk in Waldalgesheim mit dem Rhein verband holographisch wieder vorstellbar werden zu lassen.



Touristisches Juwel für die Gemeinde werden

Nach Einschätzungen des Betriebsleiters könnte der Trechtingshauser Steinbruch mit einem Maßnahmenbündel für Besucher zu einem „touristischen Juwel“ für die Gemeinde werden. Eine „Goldmine“ für die Gemeindekasse ist er aufgrund der jährlichen Pacht- und Steuereinnahmen schon heute.

Dr. Willem Douw verweist auf Schätzungen wonach es in ganz Deutschland nur noch rund 700 bis 800 aktive Steinbrüche gibt. „Gerne helfen wir der Gemeinde, dieses Stück Kulturlandschaft herauszuputzen statt es zu verstecken“, bietet der Betriebsleiter an. Die niederländische Betreiberfamilie de Beijer habe hierzu „grünes Licht“ gegeben. An der Bürgerversammlung am 25. August 2020, auf der die Bürgerschaft die Anregung zum touristischen Ausbau des Steinbruchs gegeben hatte, war der Unternehmer Han de Beijer stellvertretend für die Familie persönlich anwesend.

Bundesgartenschau 2029

Han de Beijer erklärt: „Wir sind ebenso wie viele Einwohner von Trechtingshausen stolz darauf, dass die Burg und der Steinbruch Sooneck Teil des UNESCO-Welterbes Oberes Mittelrheintal sind. Mit der Erweiterung des Angebots für Besucher könnte der Steinbruch über die nächsten Jahre hinweg zu einem touristischen Anziehungspunkt für das gesamte Mittelrheintal werden. Wenn wir gemeinsam mit der Gemeinde alsbald damit beginnen, wird der Trechtingshauser Erlebnissteinbruch womöglich zu einem Highlight bei der Bundesgartenschau 2029. Wir als Betreiber wollen jedenfalls unser Bestes geben, um dieses gemeinsame Ziel für Trechtingshausen zu erreichen.“

Eine Agentur für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit haben die Hartsteinwerke Sooneck bereits beauftragt, um unter anderem die Möglichkeiten zur stärkeren Einbindung des Steinbruchs in das Touristikkonzept für das Obere Mittelrheintal und zur Buga 2029 zu unterstützen. Immerhin werden in neun Jahren rund 1,8 Millionen Besucher zur Bundesgartenschau erwartet.

„Wir können übereinstimmend feststellen, dass der Steinbruch und auch die Familie de Beijer zu Trechtingshausen gehören. Zwar ist der Steinbruch ein für uns alltägliches, für Ausflügler aber ein ganz besonderes Erlebnis. Daher freuen wir uns, mit einem gemeinsamen Konzept den touristischen Wert nutzbarer machen zu können“, sagt der Ortsbürgermeister von Trechtingshausen, Herbert Palmes (SPD).

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