Nachrichten Ingelheim | Das Verfahren um illegal abgelagerte Bodenmassen in der Gemarkung Engelstadt ist abgeschlossen. Der verunreinigte Boden wurde mittlerweile abtransportiert, die Kosten in Höhe von rund 28.000 Euro muss der Verursacher tragen.


Massive Verunreinigungen in Engelstadt

Ende Februar vergangenen Jahres hat die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Mainz-Bingen festgestellt, dass ohne die erforderliche naturschutzrechtliche Genehmigung im Außenbereich von Engelstadt rund 300 Kubikmeter Boden (= 600 Tonnen) abgelagert worden waren. Zunächst wurde die Bodenqualität geprüft, anschließend wurden das Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) Rheinhessen-Nahe-Hunsrück als landwirtschaftliche Fachbehörde sowie die Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz eingeschaltet. Schnell war klar, dass das Bodenmaterial komplett ungeeignet dafür war, die landwirtschaftliche Nutzung zu verbessern. Es wurden massive Verunreinigungen zu einem hohen Anteil festgestellt – bis zu 25 Prozent Fremdmaterialien wie Schlacke, Bauschutt, Ziegelbruch, Plastik, Kabelreste, Metall oder Kanalrohre waren darin enthalten. Eine chemische Analyse des Bodens hat damals außerdem ergeben, dass die Grenzwerte für Kupfer und Sulfat überschritten waren und damit eine erhebliche Bodenbelastung vorlag.

Die Untere Naturschutzbehörde hat daraufhin im August 2020 die Beseitigung und ordnungsgemäße Entsorgung der Erdmassen mit sofortiger Vollziehung angeordnet. Der Verursacher kam dem nicht nach, weshalb die Behörde letztlich eine sogenannte Ersatzvornahme verfügt hat. Kurz gesagt bedeutet dies: Der Kreis beauftragte eine Firma damit, den Boden zu sieben und auf der dafür vorgesehenen Deponie Langenthal im Landkreis Bad Kreuznach ordnungsgemäß zu entsorgen – auf Kosten des Verursachers.