Saarbrücken. SR3 erreicht im Schnitt täglich jeden fünften Saarländer. Das ist eines der Ergebnisse der Media-Analyse Audio II, die der Verein „Arbeitsgemeinschaft Media Analyse“ vorgestellt hat. Aus Sicht der Sender gibt es keine Verlierer – die Zahlen verraten aber etwas anderes.

-Werbung-

205 000 Menschen erreicht SR3 laut Media Analyse am Tag unter allen Zuhörern. Der Saarländische Rundfunk feiert den Erfolg der „Saarlandwelle“: Die „Tagesreichweite“ ist in der Branche der wichtigste Vergleichswert.

Nicht so in den Pressemitteilungen der Radio-Sender. Die greifen sich die Werte raus, die sie gut aussehen lassen: „Ich freue mich über den Zuwachs bei SR 3 Saarlandwelle“, sagt etwa SR-Intendant Thomas Kleist und meint damit den Marktanteil von 28,8 Prozent. In der Tagesreichweite hat SR3 indes 4000 Hörer verloren.

4000 Hörer gewonnen hat Radio Salü. Mit 198 000 schließt der Privatsender nun auf die „Saarlandwelle“ auf. Wobei der sich ohnehin stärker auf die Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen konzentriert. Denn in dieser habe Radio Salü nun 30,5 Anteil und sei damit Marktführer: „Ich freue mich über das tolle Ergebnisse und die deutlichen Reichweitenzugewinne“, sagt entsprechend Geschäftsführer Michael Mezödi.

KulturRadio SR2 ist der Verlierer

Wenn es um sein „KulturRadio“ SR2 geht, spricht Intendant Kleist bei 2 Prozent Marktanteil von „konstant hohen Werten“. Doch das Kulturradio ist der eigentliche Verlierer der Media Analyse. In der Tagesreichweite kommt die Welle gerade noch auf 26 000 Menschen und verliert damit 1000.

Gleichzeitig zieht der Deutschlandfunk im Saarland an SR2 vorbei. Die bundesweit auftretende Welle ist in Deutschland ohnehin der Sieger der Media Analyse. Aber nirgendwo so deutlich wie an der Saar. Hier konnte der Deutschlandfunk seine Tagesreichweite auf nun 30 000 Hörer verdoppeln. Die Zielgruppe, die sich einen Mix aus Kultur und Politik wünscht, hört sich im Saarland also lieber die bundesweiten Beiträge des DLF an als die regionalen auf SR2.

Spotify taucht im Saarland nicht unter den Top Ten der meist gehörten Angebote auf. Dafür Radio RTL (6. Platz) und RPR1 (10).

Die Media Audio verknüpft drei Studien: Eine repräsentative Befragung von bundesweit knapp 70 000 Personen, über „Logfiles“ erfolgte Messungen von online ausgestrahlten Angeboten sowie eine „Online-Tagebuchstudie“, die demografische Informationen der Hörer auswertet.