In Schule, Arbeitswelt, bei Behördengängen oder in ganz alltäglichen Situationen sind es oftmals unzureichende Sprachkenntnisse, die für Neuzugewanderte eine Kommunikations-Hürde darstellen und zu Missverständnissen führen können.

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Um Sprachbarrieren zu überwinden, bedarf es Dolmetscherinnen und Dolmetscher, die den Migrantinnen und Migranten unterstützend zur Seite stehen, denen sie auch in intimen Situationen – beispielsweise beim Arzt- oder Behördengang – vollkommen vertrauen können.

Steigender Bedarf

„Der Bedarf nach Sprachmittlerinnen und Sprachmittlern ist heute deutlich sichtbar und wird voraussichtlich in den nächsten Jahren weiter ansteigen“, berichtet Alexandra von Bose, Integrationsbeauftragte des Landkreises Alzey-Worms.

Um die Situation der Migrantinnen und Migranten zu verbessern und diese zu unterstützen, geht jetzt das Projekt „Sprachmittlerinnen und Sprachmittler im Landkreis Alzey-Worms“ an den Start. Das Projekt ist Teil des durch das rheinland-pfälzische Integrationsministerium (MFFJIV) geförderte Projekt „DOOR – Dolmetschen im sozialen Raum“: Ehrenamtliche Dolmetscherinnen und Dolmetscher unterstützen im Rahmen des Projektes Menschen, die keine oder nur geringe Deutschkenntnisse haben, bei Sprach- und Kommunikationsschwierigkeiten in Alltagssituationen.

Projekt 2015 in Mainz gestartet

In vielen Kommunen existieren laut Gabriele Schneidewind, Geschäftsführerin Arbeit & Leben, bereits kleinere Dolmetscher-Pools. Die Sprachmittler – qualifizierte Ehrenamtliche – erweitern das Angebot und bieten spezielle Dolmetscherleistungen in sozialen Einrichtungen, Schulen, Behörden, Beratungseinrichtungen oder im medizinischen Kontext.

Nachdem das Projekt im Jahr 2015 in der Stadt Mainz gestartet ist und 2017 im Landkreis Germersheim weiterentwickelt wurde, besiegelten nun der Landkreis Alzey-Worms und die Arbeit & Leben gGmbH die künftige Zusammenarbeit.

„In unseren Schulen und Einrichtungen werden Dolmetscher aktuell benötigt und von den Schulleitungen nachgefragt
(Kreisverwaltungsdirektorin Ruth Emrich)

Kosten trägt der Landkreis

Für den Landkreis Alzey-Worms wird die Integrationsbeauftragte Alexandra von Bose geeignete Personen, die mehrsprachig sind, akquirieren und diesen die Teilnahme an einem erforderlichen Qualifikationskurs ermöglichen. Die Kosten hierfür trägt der Landkreis. „Der praktische Nutzen des Sprachmittler-Pools zeichnet sich insbesondere durch die Vielfalt der hier engagierten Menschen und deren Erfahrungen aus“, so Dr. Lisa Blum, Projektverantwortliche bei der Arbeit & Leben gGmbH.

Die Organisation und Verwaltung des Dolmetscher-Pools sowie der einzelnen Einsätze erfolgt durch die Mainzer Gesellschaft. Die beim Einsatz der Dolmetscher entstehenden Kosten tragen das Land und der Kreis zu gleichen Teilen.

Intensive Maßnahmen das Angebot bekannt zu machen

Beim ersten Qualifikationskurs konnten sich bereits 13 Sprachmittlerinnen und Sprachmittler qualifizieren, die nun für Einsätze bereitstehen. „Dies ist der hervorragenden Arbeit unserer Ehrenamts-Netzwerke im Landkreis zu verdanken, die mich bei meiner ersten Suche nach geeigneten Personen, die die Aufgabe des Sprachmittlers übernehmen können, erfolgreich unterstützt haben“, betont von Bose erfreut.

Ein erster Schritt sei gemacht. Jetzt bedürfe es weiterer intensiver Maßnahmen um das Angebot bekannt zu machen: „Jeder, der sich beim Projekt engagieren möchte, der Hilfe benötigt oder der Personen kennt, die Interesse an einer Qualifikation zum ehrenamtlichen Sprachmittler haben, kann sich melden.“ Für Anfragen und weitere Informationen steht Alexandra von Bose unter der Rufnummer (06731) 408-3121 zur Verfügung. Informationen sind darüber hinaus bei der Arbeit& Leben gGmbH erhältlich. Kontakt: anfrage@arbeit-und-leben.de.

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