Symbolbild Alkoholtest

Bundesweit ereignen sich immer wieder verheerende Verkehrsunfälle durch alkoholisierte LKW-Fahrer. Um hier präventiv entgegen zu wirken, haben mehrere Polizeiautobahnstationen am Sonntag (13.01.2019) ein gemeinsames Projekt gestartet.

Die Polizeiautobahnstationen Gau-Bickelheim, Ruchheim und Kaiserslautern kontrollierten entlang der Autobahnen auf den Rast- und Parkplätzen die LKW-Fahrer auf Alkoholkonsum. Gerade an den Wochenenden zeigte die Erfahrung, dass viele LKW-Fahrer häufig zum ende der vorgeschriebenen Ruhezeit immer noch alkoholisiert waren.

Kontrollen zeigten Wirkung

Eine Verstärkung der Kontrollen vor Fahrtantritt und die damit verbundenen Untersagungen der Weiterfahrt bis zum Eintreten der Nüchternheit zeigten bereits im letzten Jahr Wirkung.
Nach wenigen Monaten sank die Zahl der alkoholisierten Fahrer auf den kontrollierten Park- und Rastplätzen deutlich.

Die beteiligten Polizeiautobahnstationen haben sich daher zur weiteren Reduzierung des Phänomens im Rahmen eines neuen Projekts stärker vernetzt, um zukünftig eine größtmögliche Fläche der Autobahnen 61, 62, 63, 6 und 650 dauerhaft sowohl präventiv als auch repressiv zu kontrollieren.

Zeitgleiche Abfahrtskontrollen sollen Unfallrisiko senken

Die zeitgleich stattfindenden Abfahrtskontrollen mit erhöhter Ausdehnung, auch über angrenzende Autobahnen hinweg, sollen den Kontrolldruck nochmals deutlich erhöhen und somit die Zahl alkoholisierter Lkw-Fahrer und das damit verbundene Unfallrisiko weiter senken. Es ist geplant, die Vernetzung weiter auch auf andere angrenzende Dienststellen hinweg auszudehnen.

LKW Kontrolle Gau-Bickelheim
Foto: BoostyourCity.de

So fanden heute zeitgleich nicht nur in Rheinland-Pfalz, sondern auch in Baden-Württemberg durch das Polizeipräsidium Mannheim / Verkehrskommissariat Walldorf und das Polizeipräsidium Karlsruhe groß angelegte Kontrollmaßnahmen im Hinblick auf alkoholisierte LKW-Fahrer statt. Auch die dortigen Dienststellen widmen sich bereits seit langem diesem Problem.

Weiterfahrt bis zum Nachweis der Nüchternheit untersagt

Die am Sonntag in der Zeit zwischen 18.00 und 00.00 Uhr durchgeführten Auftakt-Kontrollen hatten rein präventiven Charakter. Die Beamten kontrollierten auf den jeweiligen Park- und Rastplätzen ihres Dienstbezirks die rastenden LKW-Fahrer. Standen diese unter Alkoholeinfluss, wurde die Weiterfahrt bis zum Nachweis der Nüchternheit untersagt.

Die Ergebnisse verdeutlichen wieder, wie enorm wichtig derlei Kontrollmaßnahmen sind:

Insgesamt wurden 328 Berufskraftfahrer kontrolliert, davon waren 68 (21 %) alkoholisiert. 19 Fahrer wiesen einen Wert zwischen 0,5 und 1,09 Promille auf. 25 Fahrer überschritten den Wert von 1,1 Promille! Der Spitzenwert lag 2,34 Promille. Insgesamt wurde 48 Mal die Weiterfahrt präventiv untersagt!

Einzelergebnisse der Kontrollen durch die Autobahnpolizei Gau-Bickelheim:

  • Insgesamt kontrollierte LKW-Fahrer: 89
  • Davon alkoholisiert: 24
  • Unter 0,5 Promille: 12
  • Zwischen 0,5 und 1,09 Promille: 3
  • Zwischen 1,0 und 1,99 Promille: 9
  • In 12 Fällen wurde die Weiterfahrt untersagt.
  • Spitzenwert: 1, 69 Promille.

Einzelergebnisse der Kontrollen durch die Autobahnpolizei Ruchheim:

  • Insgesamt kontrollierte LKW-Fahrer: 167
  • Davon alkoholisiert: 30
  • Unter 0,5 Promille: 12
  • Zwischen 0,5 und 1,09 Promille:9
  • Zwischen 1,0 und 1,99 Promille: 9
  • In 22 Fällen wurde die Weiterfahrt untersagt.
  • Spitzenwert: 2,34 Promille.

Einzelergebnisse der Kontrollen durch die Autobahnpolizei Kaiserslautern:

  • Insgesamt kontrollierte LKW-Fahrer: 72
  • Davon alkoholisiert: 14
  • Zwischen 0,5 und 1,09 Promille: 7
  • Zwischen 1,0 und 1,99 Promille: 7
  • In 14 Fällen wurde die Weiterfahrt untersagt.
  • Spitzenwert: 1,84 Promille.

Die Fahrer verhielten sich während der Kontrollen alle kooperativ. Die Beamten erklärten ausführlich den Sinn und Zweck der Maßnahme, um Verständnis und Einsicht zu wecken.

Im nächsten Schritt werden die gemeinsamen Kontrollmaßnahmen um die repressive Komponente erweitert und intensiviert, d.h. es werden dann zusätzlich Kontrollen im fließenden Verkehr stattfinden.