Der kommunalpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Reiner Zimmer. Foto: Oliver Wagner

Saarbrücken. Beerdigungen mit mehr Trauergästen sollen künftig wieder ohne Genehmigung der Ortspolizei möglich sein. Das hat die SPD-Fraktion im saarländischen Landtag vorgeschlagen. Der Verlauf der Pandemie lasse diesen Schritt wieder zu.

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Der Todesfall eines Angehörigen ist für die Menschen ohnehin immer eine „Grenzerfahrung“, argumentiert Reiner Zimmer, kommunalpolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion. Dann auch noch auswählen zu müssen, wer zu der Bestattung kommen darf und wer nicht, sei eine Grenzerfahrung in der Grenzerfahrung gewesen. Um diese umgehen zu können, hätten die Angehörigen bisher eine Ausnahme-Genehmigung der Polizei gebraucht.

Die soll künftig nicht mehr notwendig sein, fordert Zimmer: „Vor dem Hintergrund des sinkenden Infektionsgeschehens ist nun aber auch die Erforderlichkeit und Verhältnismäßigkeit einer Genehmigung durch die Ortspolizeibehörde nicht mehr gegeben.“ Wenn die entsprechenden Hygieneauflagen und der Mindestabstand eingehalten würden, sei das Risiko mittlerweile vertretbar – besonders im Freien.

Die Abgeordnete Christina Baltes ergänzt: „Es ist jetzt die Zeit gekommen, Bestattungen pauschal wieder mit höheren Teilnehmerzahlen zu erlauben.“ Wenn ein geliebter Mensch verstorben ist, hätten Angehörige schon genug Arbeit mit Formalien der Bestattung zu verantworten – ein Antrag bei der Ortspolizeibehörde solle in Zukunft nicht mehr dazu gehören.