Die Landesgeschäftsführerin der Barmer, Dunja Kleis. Foto: Barmer/ Carsten Costard

Erkrankungen am Muskel-Skelett-System sind im Saarland 2019 auf ein Rekordhoch gestiegen. Das hat die Barmer mitgeteilt. Rückenschmerzen sind generell der häufigste Grund für Krankschreibungen.

Jeder Saarländer bleibt im Jahr 4,6 Tage der Arbeit fern, weil er am Muskel-Skelett-System erkrankt ist. Statistisch gesehen. Der Wert ist so hoch wie noch nie, teilt die Barmer mit. Und die Tendenz ist steigend: 2013 waren es noch 4,0 Tage – 2018 dann schon 4,3 Tage. In keinem anderen westlichen Bundesland sind die Werte so hoch. Zum Vergleich: In Hamburg sind es 3,0 Tage.

Die häufigste Diagnose unter diesen Krankheiten lautet: „Rückenschmerzen“ oder „Bandscheibenschaden“. „Schon mit kleinen Maßnahmen können Firmen dazu beitragen, die Häufigkeit von Rückenleiden oder Gelenkproblemen bei ihren Mitarbeiten zu senken“, sagt Dunja Kleis, Landesgeschäftsführerin der Barmer im Saarland. Rückenschmerzen seien eine Volkskrankheit.

Ein Grund für Rückenschmerzen kann schwere, körperliche Arbeit sein, sagt Kleis. Doch es gebe auch viele Studien, die zeigten, dass es einen Zusammenhang zwischen Zufriedenheit mit der Arbeit und dem Risiko gibt, Rückenschmerzen zu bekommen: „Unsicherheit, Zukunftsängste und ungelöste Probleme am Arbeitsplatz fördern die Entwicklung chronischer Rückenschmerzen.“ Entsprechend hätten Arbeitgeber es in der Hand, gegen die Fallzahlen durch Prävention anzuarbeiten.

Die Barmer hat für die Analyse die Daten ihrer Versicherten ausgewertet und diese auf den durchschnittlichen Arbeiter hochgerechnet. Sie selber versichert 54 000 Arbeitnehmer im Saarland.