Foto: © C. Mühleck / Stadt Oppenheim – (v.l.n.r.) Rainer Ebling, Gerulf Herzog, Walter Jertz auf der Aussichtsplattform des Ruprechtsturms in der Dalbergerstraße.

Nachrichten Oppenheim – „Nicht die Asche aufzubewahren, sondern das Feuer zu schüren“, lautet ein berühmter Ratschlag im Umgang mit Tradition. Und so ist dem „Förderverein Ruprechtsturm“ ein kleines Wunder gelungen. Mit der Sanierung des erhabenen Aussichtsturms konnte ein lebendiges Stück Stadtgeschichte konserviert werden. Und vorallem erreichten die emsigen Ehrenamtlichen neben der Renovierung auch eine Begehbarkeit für alle, die die Aussicht über das Rheintal vom Taunus bis zum südlichen Odenwald genießen möchten.

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„Wir, als Stadt, möchten unseren großen Dank und Lob unserem Landrat a.D. Gerulf Herzog und seinem Team aussprechen, das hier mehr als Beachtliches geleistet hat. Angesichts der Gesamtkosten von knapp über 100 000 Euro grenzt das für einen verhältnismäßig kleinen Verein an eine übermenschliche Leistung, mit der Geschichte in der Geschichte geschrieben wurde“, so Stadtbürgermeister Walter Jertz und der Erste Beigeordnete Rainer Ebling im Rahmen einer Besichtigung der Sehenswürdigkeit in der Dalbergerstraße.

Rückblick

Die Oppenheimer Bürger stellten um die Jahrtausendwende fest, dass sich ihr Aussichtsturm auf dem Weg zur Ruine Landskrone sichtbar zur Straßenseite geneigt hatte. Der Turm konnte aufgrund seiner Baufälligkeit nicht mehr bestiegen werden. Und so beschlossen Oppenheimer Bürger im April 2010, einen Förderverein zur Erhaltung des Ruprechtsturmes, früher „Schneiderturm“ genannt, zu gründen. Der Schneiderturm,
der unter der Burganlage Landskrone stand, wurde im Jahre 1689 zerstört. In der heutigen Form wurde er 1903 wieder errichtet, wobei die Außenfassade mit dem gleichen Steinmaterial verblendet wurde wie beim Amtsgericht Oppenheim.

Die Neigung des Turms war beängstigend

„Der Ausbau der Dalbergerstraße mit der Verlegung der Kanalisation, die sehr dicht an dem Fundament des Turmes führt, beeinträchtigte das Fundament des Turmes, so dass sich eine
beängstigte Neigung ergab. Gutachten stellten fest, dass die Spitze des Turmes 25 Zentimeter aus dem Lot war. Die ersten Angebote zur Sanierung des Turmes lagen bei etwa 25 000 Euro“, erinnert sich Gerulf Herzog, Vorsitzender des Vereins und Triebfeder der Initiative.

Zu Beginn musste der Turm zunächst stabilisiert werden, anschließend das Mauerwerk gereinigt, Efeuwurzeln entfernt, die zerbröselnden Steine erneuert und das gesamte Mauerwerk verankert werden. Gleichzeitig wurde die Ausgangsplattform saniert und mit einem neuen Boden versehen sowie ein Abflussanlage für die Oberflächenwasser geschaffen. Auch das Dach wurde komplett erneuert. „Die Firma Leilich hat die Kosten übernommen und somit dem Förderverein den Betrag in Höhe von rund 5000 Euro gespendet“, ist Herzog restlos begeistert von der Unterstützung. Zuletzt wurde die Spindel, die völlig zerbrochen war, mit dem Treppenaufgang völlig neu ersetzt.

Gerulf Herzog dankt allen Beteiligten

„Mein Dank gilt allen Vereinsmitgliedern, insbesondere Georg Finck für die Spendensammlung, Elisabeth Jürging für die Kassenführung und die Antragstellung zur Ehrenamtsförderung sowie Georg Wallo aus Grünstadt für die Bauüberwachung, und allen Unterstützern, die so tatkräftig an der Wiederbelebung dieses einmaligen Oppenheimer Wahrzeichens beteiligt waren“, sagt Herzog, der sich, auch dank seiner guten Beziehungen zu seinem Nachfolger Claus Schick und seiner Nachfolgerin Dorothea Schäfer, über eine Förderung aus der Ehrenamtsförderung des Landkreises Mainz Bingen freuen konnte.

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