Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans. Foto: Carsten Simon / Staatskanzlei des Saarlandes

Das Saarland lockert seine Corona-Bestimmungen. Das hat Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) nach einer Sitzung des Kabinetts mitgeteilt. Demnach brauchen die Menschen keinen „Erlaubnisvorbehalt“ mehr, um ihre Wohnung verlassen zu dürfen. Auch sollen Museen, Friseure und einige Sportstätten vielleicht wieder öffnen dürfen.


„Die Kontaktbeschränkungen bleiben grundsätzlich bestehen“, sagt Hans. Aber das System werde umgestellt. Seit der Corona-Krise brauchen die Saarländer einen „driftigen“ Grund, um ihre Wohnung verlassen zu dürfen. Das soll ab dem 4. Mai umgedreht werden: Dann gibt es nur noch für Einzelne ein Verbot, die Wohnung zu verlassen, wenn die Eindämmung des Virus es erforderlich macht.

„Wir halten dies für eine Regelung, die im Hinblick auf die Entwicklung der Pandemie vertretbar ist und weniger in die Grundrechte der Bürger eingreift“, sagt Hans. Sofern die Pandemie weiterhin abschwächt, plane das Land weitere Erleichterungen ab dem 4. Mai: „Dann scheint uns der Zeitpunkt gekommen zu sein, insbesondere Museen, Zoos, Friseure und solche Sportstätten, bei denen ein geringes Infektionsrisiko besteht, wieder zu öffnen“, sagt Hans. Auch Gottesdienste sollen unter bestimmten Voraussetzungen wieder möglich sein.

Das Saarland hat zusammen mit Bayern die strengsten Corona-Auflagen in Deutschland. Im Nachbarland war es weiterhin erlaubt, die Wohnung zu verlassen – etwa für Spaziergänge oder für Sport an der frischen Luft. Das Verlassen der Wohnung ohne „driftigen Grund“ wurde im Saarland mit dreistelligen Strafen belegt.