An diesem Donnerstagabend wurde die Supermarktkette Real offiziell verkauft. Das wurde auf der Hauptversammlung am Freitagmorgen bekannt gegeben. Die insgesamt 276 Märkte übernimmt das deutsch-russische Investoren-Konsortium SCP Group und X+Bricks. Größtenteils finanziert die SCP Group den Kauf mit dem Geld des russischen Mischkonzerns AFK Sistema des Oligarchen Wladimir Jewtuschenkow. Die Supermarktkette soll im Anschluss daran aber zerschlagen werden. Ein Großteil der Real-Märkte soll an andere Händler wie Edeka oder Kaufland verkauft, Filialen ohne Zukunftsperspektiven geschlossen werden.

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Verkauf von Real ein wichtiger Schritt

Aufsichtsratschef Jürgen Steinemann gab in der Hauptversammlung bekannt, dass der Aufsichtsrat in seiner außerordentlichen Sitzung am Donnerstagabend die Entscheidung zur Trennung von Real gefasst habe. „Wir sind überzeugt, dass der Verkauf von Real für die Zukunft von Metro ein richtiger und wichtiger Schritt ist.“ Selbstverständlich sei die Trennung von vielen Emotionen geprägt, so Steinemann, „die kann ich persönlich sehr nachvollziehen.“

Der Düsseldorfer Handelsriese Metro will sich in Zukunft ganz auf sein Großhandelsgeschäft konzentrieren. Da passt ein klassisches Filialgeschäft mit Endkonsumenten nicht mehr in die Strategie.

Mitarbeiter bangen um ihre Arbeitsplätze

Die Arbeitsplätze der 34.000 Real-Mitarbeiter stehen jetzt auf der Kippe. Viele bangen um ihren Job, da sie nicht wissen, wie es weiter geht. An diesem Freitagmorgen bei der Hauptversammlung des Mutterkonzerns Metro in Düsseldorf demonstrierten Landespolitiker und mehrere hundert Angestellte mit Trillerpfeifen und dem Spruch von Fridays for Future: „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut.“ gegen den Verkauf.

Metro-Chef Olaf Koch zum Verkauf der Real-Märkte

In seiner Rede sagte er, dass die Trennung von Real „eine der ganz großen Entscheidungen“ sei, die auch ihn persönlich schmerze. Einige letzte Details müssen noch mit SCP geklärt werden – vor allem einen Gremienvorbehalt des Käufers. „Die Teams sitzen beim Notar“, so Koch. „Wir verhandeln nicht mehr über den Preis und nicht mehr über kommerzielle Eckpunkte.“ Er geht davon aus, dass auch die letzten Hürden in der nächsten Woche genommen werden können.

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