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Nachrichten Frankfurt | In der Nacht vom vergangenen Samstag (31. Oktober 2020) gegen 22:45 Uhr kam es in Frankfurt erneut zu Randalen gegen Polizeibeamte. Die Beamten wurden mit Flaschen, Eiern und Böllern angegriffen. Einige Personen konnten festgenommen werden.

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500 bis 800 Personen waren beteiligt

Wie die Polizei am Sonntag mitteilte, fuhr eine Streife über die Einkaufsstraße und wurde plötzlich und ohne Anlass oder Vorwarnung mit Steinen, Flaschen und Eiern beworfen. Im Anschluss sollen sich 500 bis 800 Menschen an der Hauptwache versammelt haben, ohne dabei die aktuellen Corona-Maßnahmen einzuhalten. Dort seien weitere Polizisten mit Flaschen und Eiern beworfen worden. Ob und wie viele Personen dabei verletzt wurden, teilt die Polizei nicht mit.

Insgesamt hat die Polizei neun Tatverdächtige vorübergehend festgenommen, von denen allerdings acht aufgrund fehlender Haftgründe wieder auf freien Fuß kamen. Ein polizeibekannter 17-jähriger wurde noch am Sonntag einem Haftrichter vorgeführt. Dieser ordnete laut Medienberichten Untersuchungshaft für den Jugendlichen an.

Schon in der Nacht zuvor wurden Polizisten Angegriffen

Bereits in der Nacht zum Samstag wurden Polizisten in der Innenstadt von mehr als 20 Jugendlichen mit Flaschen, Steinen und Pfefferspray angegriffen. Ein 27-jähriger Polizist wurde dabei durch Schläge verletzt und konnte seinen Dienst nicht mehr fortsetzen. Erst als weitere Polizeistreifen vor Ort eintrafen, flüchteten die Jugendlichen. Der Polizei gelang es in der Zwischenzeit einen 18 Jahre alten Tatverdächtigen zu ermitteln.



Angriffe gegen die Polizei auch in Darmstadt

Doch nicht nur in Frankfurt wurden an Halloween Polizisten angegriffen. Auch in Darmstadt-Eberstadt kam es zu Angriffen gegen die Polizei. Dort hatten Anwohner am Samstagnachmittag bei der Polizei Personen gemeldet, die Böller zündeten. Als eine Streife vor Ort eintraf, fanden die Beamten eine Gruppe von über 100 Jugendlicher vor, welche gegen Corona-Maßnahmen verstießen.

Über die Lautsprecher des Streifenwagens sprachen die Beamten die Jugendlichen an. Daraufhin sollen diese Böller auf das Polizeifahrzeug geworfen haben. Die Polizisten riefen daraufhin Verstärkung. Als diese eintraf, sollen sich die Jugendlichen in kleineren Gruppen im Wohngebiet verteilt haben. In diesem Zusammenhang konnte die Polizei insgesamt 23 Tatverdächtige festnehmen, bei denen es sich überwiegend um minderjährige Personen handelt. Die Personalien der Festgenommenen wurden festgestellt, anschließend wurden die Verdächtigen wieder entlassen. Verletzt wurde bei der Tat niemand.

Der Frankfurter Polizeipräsident Gerhard Bereswill dazu

„Für mich ist es unerträglich, wenn sich Personen gegen die Polizei spontan zusammenrotten. Die Kolleginnen und Kollegen setzen sich tagtäglich für den Schutz und die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger ein. Dass sich Personen zusammentun, um die Kolleginnen und Kollegen massiv tätlich anzugehen und billigend in Kauf nehmen, dass sie eventuell schwere Verletzungen davontragen, verurteile ich auf das Schärfste!“, so Bereswill: „Die Kolleginnen und Kollegen setzen sich tagtäglich für den Schutz und die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger ein.“, so Bereswill. Man werde alles tun, um weitere Täter zu ermitteln.

Innenminister Peter Beuth fordert Freiheitsstrafen

Der hessische Innenminister Peter Beuth (CDU) zeigte sich ebenfalls schockiert über die Angriffe. „Ich verurteile diese feigen Attacken auf unsere Polizei“, sagte er. Dutzende Menschen hätten dabei schwere Verletzungen von Polizisten in Kauf genommen. „Die Gewalt gegenüber Polizei, Feuerwehr und Rettungskräften steigt immer weiter.“, erklärt der Innenminister. Aus diesem Grund fordert er eine Mindeststraße von sechs Monaten. „Künftig muss gelten: Wer Einsatzkräfte angreift, kommt nicht mit einer Geldstrafe davon, sondern geht in den Knast.“, fordert er.

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