Symbolfoto: Atombombe

Nachrichten Rüsselsheim | Klaus Fuchs war ein schmächtiger Rotschopf mit einer runden Intellektuellenbrille auf der Nase. Doch wie kam es dazu, dass der gebürtige Rüsselsheimer vor Gericht angeklagt und dort als gefährlichster Mann Großbritanniens bezeichnet wurde?


Einer von Großbritanniens klügsten Köpfen

Klaus Fuchs wurde am 29. Dezember 1911 in Rüsselsheim geboren. Aufgrund seiner Haarfarbe wurde Klaus schon als Kind der „rote Fuchs“ genannt. Sein Vater Emil war evangelischer Theologe, Pfarrer und Professor.

Im Alter von 20 Jahren trat Klaus Fuchs der Kommunistischen Partei Deutschlands bei. Nachdem Hitler die Macht übernommen hatte, arbeitete er in Berlin illegal für die Kommunisten und zog im Juli 1932 nach London. In Bristol studierte der hochintelligente Fuchs Mathematik und Physik. Er war einer von Großbritanniens klügsten Köpfen.

 

Ab 1941 arbeitete er am britischen Programm für Atomforschung mit. Nach dem Überfall der Deutschen auf die Sowjetunion war Fuchs der Überzeugung, „Großbritannien und die USA hätten es zugelassen, dass Deutschland und Russland sich bis zur gegenseitigen Vernichtung bekämpften.“, sagte er später vor Gericht aus. Aus diesem Grund nahm er Kontakt zum sowjetischen Militärnachrichtendienst GRU auf. Diesem berichtete Fuchs von da an über die britische Atomforschung.

Er arbeitete am streng geheimen Atombombenprogramm

Für den Sowjetischen Geheimdienst wurde Fuchs als Informant noch wertvoller, als er 1943 am streng geheimen US-Atombombenprogramm „Manhatten Project“ mitwirkte. Dort arbeitete er an der Produktion von waffenfähigem Uran und am Implosionsdesign für eine Plutonium-Bombe.

Fuchs verriet dem GRU weiterhin alles, was er im Zuge seiner Arbeit erfuhr. Dadurch verlor die USA ihren Vorsprung in der Atomwaffenforschung und die Sowjetunion holte auf.

1949 erfuhren britische Behörden, dass streng geheime Informationen durchgesickert waren. Fuchs geriet unter Verdacht.

Bei dem Prozess in London im Jahr 1950 nannte Lord Goddard, Klaus Fuchs „den gefährlichsten Mann“, den „das Land in seinen Grenzen“ habe. Die Beweise gegen ihn waren deutlich, mussten jedoch geheim bleiben. Man brauchte also ein Geständnis des Angeklagten, um ihn verurteilen zu können. Weil Fuchs damit rechnete, sowieso verurteilt zu werden, bekannte er sich schuldig.

Er erhielt eine Strafe von 14 Jahren. Diese wurde 1959 zur Bewährung ausgesetzt. Nach seiner Freilassung entschied Fuchs sich für die Ausreise in die DDR. Hier wurde er ein wichtiger Kernphysiker und Forschungsorganisator. Im Jahr 1988 starb er. Vermutlich hatte er innerlich dem Kommunismus niemals abgeschworen.