Symbolfoto: Pixabay

Nachrichten überregional | Besonders Donald Trump sprach sich immer wieder für den Einsatz von Hydroxychloroquin zur Behandlung von Covid-19 aus. Das Medikament wird seit Jahren bei Malaria-Erkrankten eingesetzt. Doch eine Studie an Covid-19 Patienten mit diesem Medikament zeigte jetzt, dass es keinen Positiven Effekt zeigt. Doch nicht nur das – Hydroxychloroquin wirkt sogar schädlich.

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Höhere Sterblichkeitsrate durch das Medikament

Bei Patienten, die das Medikament erhielten, habe sich sogar eine höhere Sterblichkeitsrate als in der Vergleichsgruppe gezeigt, heißt es in der noch nicht von unabhängigen Experten geprüften Studie. Die Studie erfasste Daten von 368 männlichen Covid-Patienten, die bis zum 11. April in Krankenhäusern für US-Veteranen behandelt wurden. Bei der Studie wurde einigen Patienten das Hydroxychloroquin verabreicht, einige davon bekamen zusätzlich noch das Antibiotikum Azithromycin. Die restlichen Studienteilnehmer erhielten keines der beiden Medikamente.

Laut der Studie verstarben 28 Prozent der Patienten mit Coronavirus-Infektion, denen das Malaria-Medikament verabreicht wurde. Bei Patienten, die ohne dieses Mittel therapiert wurden, lag die Sterberate hingegen bei elf Prozent. Zudem zeigte die Studie, dass Patienten nicht weniger oft an ein Beatmungsgerät angeschlossen werden mussten, wenn sie das Hydroxychloroquin erhielten, als andere Patienten.

Die allgemeine gesundheitliche Verfassung der Patienten sei in etwa vergleichbar gewesen, erklärten die Forscher. Doch vor allem Patienten mit einem schwereren Krankheitsverlauf hätten das Medikament gegen Malaria erhalten. Die Studie wurde von den US-Gesundheitsinstituten und der Staatlichen Universität in Charlottesville beauftragt und an diesem Dienstag veröffentlicht.



Noch eine weitere Studie mit dem Medikament

Laut den Forschern läuft derzeit noch eine größer angelegte Studie, bei der auch Placebo-Gruppen gebildet wurden. Die Ergebnisse dieser Studie würden aber erst zu einem späteren Zeitpunkt vorliegen. Das Ziel ihrer Analyse sei daher gewesen, aktuelle „Erkenntnisse zu den klinischen Ergebnissen“ zu bieten, so die Forscher. Auch im Hinblick auf die bedeutenden Nebenwirkungen des Malaria-Medikaments sei dies wichtig gewesen.

Laut Trump ein „Geschenk Gottes“

Zuvor hatte sich Donald Trump mehrfach für den Einsatz des bereits für andere Zwecke zugelassenen Medikaments eingesetzt. Ein mögliches „Geschenk Gottes“ nannte er es sogar. Kombiniert mit dem Antibiotikum Azithromycin könne das „einer der größten Durchbrüche der Geschichte der Medizin sein“, erklärte Trump Ende März. Die eigenen Medizinexperten des Präsidenten betonten jedoch, dass es derzeit noch keine wissenschaftlichen Beweise für die Wirksamkeit des Mittels bei Covid-19-Patienten gebe.

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