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Klopapier ist das neue Gold. Dieses weiche und weiße Papier ist gefragter als jemals zuvor. Seit der Ausbreitung des Coronavirus kaufen wir es in Unmengen und dafür müssen wir mehrere Supermärkte anfahren. Es ist schwer noch welches zu bekommen und wenn wir endlich welches gefunden haben. Dann ist es am Ende einfach nur für den Arsch.


Wir sollten  nicht unsere Menschlichkeit und unseren Respekt voreinander verlieren. Besonders in Supermärkten ist das Phänomen in diesen Tagen zu beobachten. Mitarbeitern, welche die Regale auffüllen wird die Ware aus der Hand gerissen. Der älteren Dame werden die Produkte aus dem Einkaufswagen genommen, weil es die letzten waren. Kassierer werden beschimpft, weil die gewünschte Ware nicht mehr vorrätig ist. Die Frage, warum manche Menschen in Krisensituationen ihre gute Erziehung vergessen, stellt sich. Oder haben sie gar keine genossen?

„In der Krise beweist sich der Charakter“

Das sagte Helmut Schmidt einst. Und er hat recht behalten, wie sich in diesen Tagen immer wieder zeigt. Wir sollten in dieser Situation zusammen halten. Viele tun das, einige nicht. Charakter beweist, wer nicht nur an sich selbst denkt und auch in schwierigen Zeiten den Anstand und die Höflichkeit anderen Mitmenschen gegenüber nicht verliert.

Wer die Kassierer beschimpft, weil Lebensmittel nicht mehr vorhanden sind vergisst, dass die Angestellten nichts für die Situation können. Wer hingegen schon etwas dafür kann, sind die Kunden selbst. Und die Personen, welche die Regale leer kaufen, sind in den meisten Fällen auch die, die sich darüber beschweren, dass sie leer sind. Die Lösung: Jeder kauft das, was er benötigt. Nicht mehr, nicht weniger. Das ist Solidarität.

Auch wer sich über die aktuelle Situation beschwert und es aber gleichzeitig noch immer nicht schafft, die Hygienemaßnahmen zu beachten, verhält sich nicht solidarisch. Abstand zu halten, nicht in die Hände zu niesen und vor allem seine gebrauchten Taschentücher nicht in den Regalen liegen zu lassen, sollte eigentlich selbstverständlich sein. Doch das ist es nicht. So kommt niemand weiter. Außer das Virus selbst, das sich dadurch weiterhin rasant verbreitet.



Rationales Denken kann hilfreich sein

Fakt ist: Wir stehen nicht vor der totalen Apokalypse und selbst wenn, dann wäre Toilettenpapier nicht das, was uns am meisten fehlen würde. Denn seien wir mal ehrlich. Vor nicht allzu langer Zeit haben die Menschen auch ohne den damaligen „Luxusartikel“ überlebt.

Doch auch wer massenweise Nudeln, Konserven und Mehl hortet, denkt nicht rational. Denn es wird niemand verhungern, auch wenn man keine zehn Packungen Nudeln im Vorratsschrank hat. Das Problem bei der ganzen Sache ist, dass die Menschen verwöhnt sind. Heutzutage ist es unvorstellbar, dass etwas, das man gerade gerne essen möchte, nicht verfügbar ist. Früher war das völlig normal und trotzdem haben die Menschen überlebt.

Wir leben im Luxus

In dieser Krisensituation zeigt sich bei vielen der Egoismus. Auch wenn es hart klingt, wenn man in einer solchen Lage nur an seinen eigenen Luxus denkt und nicht im entferntesten an das Wohl anderer, dann nenne ich das Egoismus.

Wir haben in all der Zeit in der es uns gut ging vergessen, uns auf das Wesentliche zu konzentrieren und uns auch mal mit etwas Weniger zufrieden zu geben. Wir sind Luxus gewohnt, den wir nicht zum überleben benötigen. Das sollten wir uns hin und wieder vor Augen führen, um in Situationen wie dieser einen klaren Kopf bewahren zu können.

Und wenn der Virus etwas Gutes hat, dann vielleicht, dass einige Menschen nach dieser Zeit wieder verstehen, worauf es wirklich ankommt. Nämlich sich gegenseitig zu unterstützen in schwierigen Zeiten und Solidarität zu zeigen. Ich bin zuversichtlich.