Postzusteller unterschlägt über Jahre mindestens 15.000 Briefe

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Symbolbild

WIESBADEN . Mindestens 15.000 Briefe hat ein ehemaliger 61-jähriger Post-Zusteller aus Wiesbaden offenbar über Jahre in seiner Wohnung gehortet anstelle den Empfängern zu zustellen.


Weihnachtskarte aus dem Jahr 2014

So staunen viele Menschen in Rüsselsheim und im Kreis  Groß-Gerau nicht schlecht, als sie Sendungen in ihrem Briefkasten finden, die schon vor Jahren vom Absender auf den Weg gebracht worden sind. So fischte eine Frau aus Rüsselsheim im Januar diesen Jahres eine Weihnachtsgrußkarte aus dem Jahr 2014 aus ihrem Briefkasten.

Der verspäteten Sendung lag ein Scheiben des „Servicecenter Briefermittlung“ der Deutschen Post bei, in dem der Empfängerin mitgeteilt wurde, dass die Sendung „außerhalb des Betriebes“ beschädigt wurde. Wie die Staatsanwaltschaft der FNP gegenüber bestätigte, war damit die Wohnung des 61-jährigen Wiesbadeners gemeint.

Für Subunternehmen tätig gewesen

Bereits am 15. Oktober 2020 hat laut Oberstaatsanwalt Robert Hartmann ein Ermittlungsverfahren wegen mindestens 15.000 unterschlagenen Briefen eingeleitet. Zuvor hatten Ermittlungen des Sicherheitsdienstes auf die Spur zu dem 61-Jährigen Mann aus Wiesbaden geführt, der als Kraftfahrer für ein Subunternehmen der Deutschen Post tätig war.

Bei Durchsuchungen seiner Wiesbadener Wohnung wurden dann die gut 15.000 Briefe gefunden. Ob noch weitere Sendungen, eventuell auch Pakete und Päckchen betroffen sind, können noch nicht gesagt werden, da die Ermittlungen noch laufen. Betroffen sind auf jeden Fall Kunden der Deutschen Post auf mehreren Routen, für die der 61-Jährige als Zusteller tätig war. Sowohl Polizei als auch Staatsanwaltschaft gehen davon aus, dass der 61-Jährige die Briefe aus dem Grund unterschlagen hat um Wertgegenstände, hauptsächlich Geld aus den Sendungen zu entwenden.