Polizeipräsidium Mainz zieht Unfallbilanz für 2020 – Weniger Unfälle dank Corona

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Symbolfoto aus einer Übung | Foto: Thorsten Lüttringhaus

Mainz | 3782 Verkehrsunfälle weniger als im Vorjahr 2019. Auf einen Rückgang von 15,3 % auf 20.957 Verkehrsunfälle, kann das Polizeipräsidium Mainz in seinen Zuständigkeitsbereich im Jahr 2020 zurückblicken.


Positiver Trend dank Corona

Das Polizeipräsidium umfasst die Gebiete der Landeshauptstadt Mainz, die Stadt Worms sowie die Landkreise Alzey-Worms, Mainz-Bingen und Bad Kreuznach. Ebenfalls zählen Teile des Donnersbergkreises sowie des Landkreises Birkenfeld hinzu. Hier leben 800.000 Menschen auf einer Fläche von 2.500 Quadratkilometern.

Der positive Trend ist vor allem auf Einschränkungen im Zuge der Corona-Pandemie mit einem geringeren Verkehrsaufkommen und damit einhergehend einem geringeren Unfallrisiko zurückzuführen. Vergleichbarkeiten zu vorangegangen Jahren sind dadurch jedoch erschwert.

Bei Verkehrsunfällen wurden:

  • 14 Menschen getötet (2019: 19 / -26,3 %)
  • 498 Menschen erlitten schwere Verletzungen (612/-18,6 %)
  • 2347 Menschen galten als leichtverletzt (2812 / -16,5%).

Drei der getöteten Personen starben auf einer Bundesautobahn, zwei davon durch “Falschfahrer”.

Hauptunfallursachen

  • Fehlerhaftes Abstandsverhalten (8.210 Unfälle / -19,5 %)
  • Falsches Abbiegen, Wenden, Rückwärtsfahren (3.281 / -17,4 %)
  • Nichtbeachten der Vorfahrt bzw. des Vorranges (1.235 / -15,8 %)
  • Überhöhte oder nicht angepasste Geschwindigkeit (890 / -7,7 %)
  • Fehlerhaftes Vorbeifahren / Nebeneinanderfahren (580 / -27,5 %)

Darüber hinaus kam es zu 2810 Wildunfällen, bei welchen kein menschliches Fehlverhalten unfallursächlich war.

Alkohol und Drogen

Unfälle unter Alkoholeinfluss gingen um 48 auf 360 Unfälle zurück.
Dabei wurden zwei Personen getötet und 41 schwer verletzt.
Bei den alkoholisierten Unfallverursachenden ist wie im Vorjahr die Gruppe der 45- bis 64-Jährigen (107 Unfälle) am stärksten vertreten.

Die Zahl der Unfälle unter Drogeneinwirkung stieg um 25 auf 89 Unfälle. Neun Personen wurden dabei schwer, 34 Personen leicht verletzt.

Risikogruppen

Bei den Risikogruppen ist die Zahl der Unfälle mit Kinderbeteiligung gegenüber dem Vorjahr um 32 Unfälle gesunken. Die Zahl der verletzten Kinder ist um 29,2 % auf 150 zurückgegangen und damit auf den niedrigsten Stand seit fünf Jahren.

Jugendliche und junge Erwachsene (15-24 J.) waren an 4.344 Unfällen beteiligt. Ein Rückgang um 13,9 %. Verletzt wurden dabei 616 Personen, eine Person wurde getötet (2019: 4).

Senioren waren an 3998 Verkehrsunfällen beteiligt. Ein Rückgang um 19,9 % oder 992 Unfälle. Dabei verunglückten 370 Personen, 14,2 % weniger als im Vorjahr, fünf verstarben dabei (-2).

Unfälle mit Beteiligung von LKW

Unfälle unter Beteiligung von LKW gingen um 11,7 % auf 2.565 Verkehrsunfälle zurück. Hier sind drei Menschen ums Leben gekommen und 193 erlitten Verletzungen

Zweiradunfälle

Bei motorisierten Zweirädern war ein Rückgang um 6,2 % auf 546 Unfälle zu verzeichnen. Vier Zweiradfahrer kamen bei den Unfällen ums Leben und 384 wurden verletzt.

Verkehrsunfälle mit Radfahrenden haben gegen den Trend, um 9,98 % zugenommen. Bei insgesamt 793 Verkehrsunfällen wurden 602 Menschen verletzt und zwei getötet. Bei rund 75 % der Fahrradunfälle kommt es demnach zu Verletzungen. In 46,5 % der Fälle sind andere Verkehrsteilnehmer Hauptunfallverursacher. An 82 dieser Unfälle oder 10,3 % waren Pedelecs beteiligt.

Um 73,3 % Prozent auf 26 stiegen die Unfälle mit E-Scootern (Elektrokleinstfahrzeugen). In zwölf Fällen wurden Personen verletzt.