Symbolbild Pflege: Pixabay

Saarbrücken. Das Saarland hat in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Gesundheit die “Deutsche Fachkräfteagentur für Gesundheits- und Pflegeberufe” (Defa) gegründet. Diese soll das Anwerben ausländischer Mitarbeiter erleichtern – und setzt ihren Schwerpunkt auf christliche Länder.

Die Agentur richtet sich laut der Landesregierung an Krankenhäuser, Pflegeheime und andere Einrichtungen im Gesundheitsbereich, die unter dem heimischen Fachkräftemangel leiden. Bereits nach knapp zwei Monaten bearbeite die Defa rund 4000 Anträge. Auch Personalagenturen können den Service nutzen, zahlen dann aber grundsätzlich 350 Euro pro Antrag.

Wobei die Defa vor allem den Verwaltungsweg vereinfachen will. Indem sie Anträge bündelt: Vom Visa, über die Aufenthalts- bis zur Arbeitsgenehmigung oder der Anerkennung ausländischer Abschlüsse kümmern sich die Defa-Mitarbeiter um alles Formelle – wobei das aus einer Hand geschehen soll. Bisher dauere es zwei Jahre, von der Bewerbung bis zur Ankunft einer Pflegekraft – dieser Zeitraum soll auf drei Monate verkürzt werden.

Kräfte aus christlichen Ländern gesucht

“Deutschland braucht mehr Pflegekräfte. Den hohen Personalbedarf können wir ohne Pflegekräfte aus dem Ausland nicht decken”, sagt Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zur Gründung der Agentur. Wenn sich durch die zugezogenen Mitarbeiter die Situation in den Heimen entspanne, würden auch die heimischen Kollegen profitieren.

Spahn bezeichnet auch die Zielgruppe der Fachkräfte näher, die hier in Deutschland arbeiten soll: Die Agentur suche nach Mitarbeitern, “die mit anpacken wollen und unsere Werte teilen”. Deswegen wirbt die Defa nach eigenen Angaben zuerst vor allem in Mexiko und auf den Philippinen um Pflegekräfte – also in mehrheitlich christlichen Ländern. Das habe noch andere Gründe: Dort gebe es überdurchschnittlich viele junge Menschen und es würde über den eigenen Bedarf hinaus ausgebildet.

Das Saarland habe die Gründung der Agentur übernommen, sagt Ministerpräsident Tobias Hans (CDU), weil es “seine Erfahrungen mit der Integration von internationalen Fachkräften” einbringen könne. Die Gründung ist Teil der konzentrierten Aktion, die bundesweit gestartet wurde, um dem Fachkräftemangel im Pflegebereich Herr zu werden. Bezahlt wird die Agentur im Wesentlichen vom Bundesministerium für Gesundheit.