obs/ACTP e. V.

Seit dem Kinofilm „Rio“, in dem ein Spix-Ara-Papagei namens „Blu“ die Hauptrolle spielt, sind die Papageien bekannt. Im wahren Leben jedoch ist die Papageienart seit dem Jahr 2000 in der freien Wildbahn ausgestorben. Das soll sich bald ändern. An diesem Dienstag wurden 52 gezüchtete Papageien aus Deutschland ausgeflogen.

 


Die Tiere flogen in einem extra dafür gecharterten Flugzeug mit einem Team aus Veterinären, Tierpflegern, Biologen und anderen Experten nach Petrolina im brasilianischen Bundesstaat Pernambuco. In den kommenden Monaten sollen die Papageien in einem großen Zucht-und Auswilderungsgehege bei Curaçá auf ihr Leben in Freiheit vorbereitet werden.

In Brasilien bereiten sich die Dörfer der Region Caatinga sowie die Stadt Curaçá im nordöstlichen Bundestaat Bahia auf den Empfang der Vögel vor. In Caatinga soll die Artenvielfalt und ökologische Landwirtschaft gefördert werden. Dazu gehört auch die Wiederansiedlung des Spix-Ara. 2021 sollen dann die ersten Papageien ausgewildert werden.

Eine Zucht schien zuerst unmöglich

Jahrzehntelange Wilderei machte es den Papageien schwer. Durch Viehzucht und Besiedelung verloren sie außerdem ihren natürlichen Lebensraum. Nur 53 der Vögel hatten überlebt. Eine Zucht mit den wenigen übrig gebliebenen Vögel schien unmöglich. 2012 etablierte die Organisation ICMBio den Spix’s Macaw Action Plan. Dieser hatte zum Ziel, die Zahl der Papageien in Gefangenschaft zu erhöhen und die Wiedereinführung der Tiere zu fördern.

Im Jahr 2016 startete die Organisation ACTP gemeinsam mit ICMBio und der Pairi Daiza Foundation das „Spix Release Project“. In der ACTP Zentrale in Berlin wurden im Jahr 2018 alle der überlebenden Papageien zusammengeführt. Die Zahl konnte mit Hilfe eines Expertenteams auf 180 gesunde Tiere gesteigert werden. Von diesen 180 Papageien sollen demnächst die ersten 52 in ihrer ursprünglichen Heimat Brasilien ausgesiedelt werden.

Über die Organisationen

ACTP bedeutet „Association for the Conservation of Threatend Parrots e.V.“. Der gemeinnützige Verein mit dem Hauptsitz in Berlin wurde 2006 gegründet. Der Verein will bedrohte Papageien Arten und deren natürliche Lebensräume schützen und erhalten.

ICMBio, auf deutsch „Chico-Mendes-Institut für Biodiversitätserhalt“, ist eine Bundesbehörde in Brasilien, die für diverse Naturschutzprogramme in dem Land zuständig ist.

Die Pairi Daiza ist eine gemeinnützige Vereinigung, die im Zoo Pairi Daiza in Belgien ihren Sitz hat. Die Stiftung setzt sich weltweit für die Verwaltung und den Schutz von Naturschutzgebieten und bedrohten Tieren ein.