Nachrichten Bingen | Am 30. April hat Thomas Feser (CDU), der Oberbürgermeister von Bingen betrunken einen Verkehrsunfall verursacht, wie er gegenüber dem SWR bestätigte. Deshalb blieb ein Großteil der Ampelkoalition in Bingen der Sitzung am Dienstag fern, bei der Feser für seine zweite Amtszeit als Oberbürgermeister verpflichtet werden sollte.

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Zeugt von mangelndem Verantwortungsbewusstsein

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Philipp Staudinger erklärte, sie hätten von Fesers Unfall gehört, der unter einem erheblichen Alkoholeinfluss passierte. Aus diesem Grund haben lediglich die Fraktionsvorsitzenden an Fesers Ernennung teilgenommen. Der Oberbürgermeister zeige mit seinem Verhalten ein mangelndes Verantwortungsbewusstsein. Zudem stelle dieser Vorfall auch das Urteilsvermögen von Feser infrage, sagte Staudinger.

Schon länger Alkoholprobleme

Bereits mehrfach hatte Feser in der Vergangenheit mit Alkoholproblemen zu kämpfen. Deshalb war ihm vor 17 Jahren schon einmal sein Führerschein entzogen worden. Nach eigener Aussage hatte Feser im letzten Jahr deshalb eine dreiwöchige Kur gemacht.

Der Unfall sei aber mit seinem Privatfahrzeug und außerhalb seiner Dienstzeit geschehen, erklärte er gegenüber dem SWR.

Stellungnahme von Thomas Feser gegenüber dem SWR

„Den Verkehrsunfall unter Alkoholeinwirkung am 30.04.2020 bestätige ich. Ich bedauere diesen Vorfall sehr und entschuldige mich für diese Verfehlung in aller Form.

Die sich daraus ergebenen Konsequenzen werde ich selbstverständlich tragen. Jeder, der mich näher kennt, weiß um meine persönliche Schwäche und das ich daran arbeite, diese abzustellen. Daher hatte ich auch im vergangen Jahr unter ärztlicher Kontrolle eine Kur angetreten und seit dieser Zeit eine deutliche Besserung verspürt.

Am besagten Tag des Vorfalls bin ich mit einer Entscheidung im persönlichen Umfeld konfrontiert worden, die für mich zu einer Ausnahmesituation geführt hat. Dies ist nicht zu entschuldigen und zu rechtfertigen, aber der Beweggrund für diesen Vorfall.

Unmittelbar nach diesem Rückfall habe ich mich an professionelle Unterstützung gewandt und eine Therapie begonnen. Diesen Sachverhalt hatte ich in nichtöffentlicher Sitzung den Damen und Herren des Personalausschusses, noch vor der Stadtratssitzung, vorgetragen.“

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