Symbolfoto: Pixabay

Nachrichten überregional | An diesem Mittwoch wurde die Einsetzung der Zukunftskommission Landwirtschaft vom Bundeskabinett beschlossen. Der Präsident des Naturschutzbundes, Jörg-Andreas Krüger wurde als ein Vertreter aus den Umweltorganisationen berufen.

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Die Kommission nimmt nun ihre Arbeit auf

Die Kommission besteht insgesamt aus 31 Mitgliedern und einem Vorsitzenden. Dazu gehören Vertreter der für die Landwirtschaftspolitik wichtigen Bereiche Landwirtschaft, Wissenschaft, Umwelt- und Tierschutz, Wirtschaft und Verbraucher. Sie nimmt nun ihre Arbeit auf und soll Empfehlungen und Vorschläge für eine nachhaltige Landwirtschaft in Deutschland erarbeiten.

Jörg-Andreas Krüger, NABU-Präsident dazu

„Klimawandel, Insektensterben, Strukturverluste in der Landschaft, geringe Erlöse, fehlende Perspektiven für Hofnachfolgen – Die Liste der drängenden Fragen zur Ausrichtung der Landwirtschaft ist lang. Wir brauchen ein neues Zukunftsbild für eine ökologische und sozial gerechte Landwirtschaft in Deutschland. Es geht um das gesunde Essen auf unseren Tellern und die Qualität unserer Böden, Gewässer und Flächen und nicht zuletzt um die Sicherung landwirtschaftlicher Betriebe. Die Zukunftskommission Landwirtschaft bietet die Chance, die unterschiedlichen Perspektiven und Interessen auf den Tisch zu bringen und ein gemeinsames Leitbild für die Agrarpolitik der nächsten Jahre zu gestalten.“

Vorgesehen ist, dass die Zukunftskommission bereits im Herbst einen Zwischenbericht vorlegt und ihre Arbeit im Frühsommer 2021 mit der Vorlage eines Endberichts abschließt.

Hintergründe:

Damit es in Deutschland weiterhin eine flächendeckend regionale Erzeugung geben kann, muss die heimische Agrarbranche wettbewerbsfähig sein und bleiben. Aus diesem Grund muss es einen angemessenen Ausgleich der Interessen geben. Was ist uns Landwirtschaft im eigenen Land Wert? Was kostet die Erfüllung gesellschaftlicher Erwartungen und wer zahlt das? Welche Kompromisse sind notwendig? Um diese Fragestellungen geht es.

Vor diesem Hintergrund hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel beim Agrargipfel im Dezember 2019 mit Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner den Deutschen Bauernverbands (DBV) und Land schafft Verbindung (LsV) gebeten, ein Konzept eines Mandats für eine Zukunftskommission Landwirtschaft zu erarbeiten. Dieses sollte Vorstellungen zu Ziel, Zusammensetzung und Organisation des Gremiums beinhalten.




Die Vorschläge wurden nun im Bundeskanzleramt vom Präsidenten und dem Generalsekretär des DBV, Joachim Rukwied und Bernhard Krüsken, sowie den Organisatoren von Land schafft Verbindung Deutschland, Dirk Andresen und Sebastian Dickow, an die Kanzlerin und Bundesministerin übergeben.

Im Grundsatz – so vereinbarte man – wird das auf Basis des nun vorgelegten Konzeptions- und Organisationsvorschlags erfolgen: Die Kommission soll Empfehlungen erarbeiten. Dabei konnte sie weitere Personen in ihre Arbeit einbinden. Notwendig ist eine ausgewogene Besetzung der Zukunftskommission mit Vertretern der Landwirtschaft, weiterer gesellschaftlicher Gruppen (insbesondere Umwelt-, Tierschutz- und Verbraucherverbände) sowie der Wissenschaft.

Julia Klöckner dazu

„Uns ist wichtig, dass Landwirtschaft in Deutschland eine gute Zukunft hat. Damit sich die junge Generation auch noch in zwanzig oder fünfzig Jahren für die Arbeit auf dem Acker und im Stall begeistert. Dass sie weiter gerne bereit und motiviert ist, Höfe zu übernehmen. Planungssicherheit und klare Perspektiven sind entscheidend. Ebenso müssen wir offen diskutieren, wie wir bei den Verbrauchern wieder mehr Wertschätzung und Anerkennung für die Leistungen der Landwirtschaft erreichen. Damit es zu einem Ausgleich der Interessen kommt, Landwirtschaft und Gesellschaft sich respektvoll begegnen.“

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