Sturm auf das Rathaus - es ist nicht der erste Versuch. Foto: Stadt Merzig

Merzig. Marcus Hoffeld ist in Sorge: Das Merziger Ordnungsamt hat den Bürgermeister darauf hingewiesen, dass vermehr Unruhen gemeldet werden: Es sei zu obskuren Veranstaltungen gekommen wie Kappensitzungen oder Fastnachtsbällen. Sogar eine Übernahme der Herrschaft stehe kurz bevor.

Die Stadtspitze rechnet mit dem Angriff am „Fetten Donnerstag“, wie es in der verschlüsselten Sprache der Rebellen heißt. Los gehen soll es um 16.11 Uhr. Angeführt werden die Truppen von einem „Prinzenpaar“.

Viel Zeit bleibt dem Bürgermeister nicht mehr, um seine Hallen gegen die Narren zu sichern. Auch die Anzahl derer, die nach seiner Macht trachten, nimmt unaufhörlich zu. Aus diesem Grund hat der Stadtherr seine treuesten Mitarbeiter ins Jahr 1920 geschickt, um tatkräftigen Beistand zu ersuchen. Das Ersuchen nach Hilfe erscheint sich jedoch äußerst schwierig zu gestalten, da der Bürgermeister bislang keine Rückmeldung von seinen Mitarbeitern erhalten hat.

Nichtsdestotrotz wird der Bürgermeister seinen Stuhl jedoch nicht freiwillig räumen. Mithilfe des Flurfunks hat er alle verfügbaren Mitarbeiter der Verwaltung um Hilfe gebeten. Als Belohnung – sollte es tatsächlich gelingen, seinen Thron zu verteidigen und die Angreifer am Tag der Rathauserstürmung in die Flucht zu schlagen – winken zusätzliche Urlaubstage und das Merziger Nationalgetränk für alle.

Wer den Ausgang des zu erwartenden harten Gefechts nicht erst von den Ausrufern erfahren will, sollte sich ab 16.00 Uhr in der Fußgängerzone vor dem Stadthaus einfinden. Die närrischen Heerscharen versammeln sich ab 15.00 Uhr in der Merziger Stadthalle, um von dort aus zum Stadthaus zu ziehen. Die Bevölkerung ist herzlich eingeladen, sich dieses Spektakel anzusehen.