Annegret Kramp-Karrenbauer. Foto: CDU/ Laurence Chaperon

Saarbrücken. Annegret Kramp-Karrenbauer erlebt nach dem CDU-Parteitag leichten Rückenwind. Allerdings sind ihre Ergebnisse immer noch verheerend. Wobei Friedrich Merz nicht ihr Problem ist.

Friedrich Merz ist vor dem Bundesparteitag der CDU aufgetreten wie ein Löwe. Doch danach sehen ihn selbst die Anhänger seiner Partei nur noch als Bettvorleger. 1,7 Punkte geben die potentiellen Unionwähler ihm in einer Umfrage, die die Forschungsgruppe Wahlen für das ZDF-Politbarometer durchgeführt hat – zum Vergleich: Angela Merkel kommt auf 3,0 Punkte.

Schlechter schneidet nur Annegret Kramp-Karrenbauer ab: mit 1,0 Punkten. Der Parteitag hat ihr nur leichten Rückenwind verschafft: 25 Prozent sagen in der Umfrage, dass die Vorsitzende gestärkt daraus hervorgegangen ist – 15 Prozent sehen sie geschwächt. 47 Prozent sagen, der Parteitag habe gar nichts bewirkt.

Laschet die Unbekannte

Das spiegelt sich auch in der Gesamtbewertung Kramp-Karrenbauers wider: Drei von Vier Befragten glauben nicht, dass die Vorsitzende die Partei erfolgreich in die Zukunft führen werde. Und selbst bei den eigenen Anhängern glauben das 62 Prozent ebenfalls nicht.

Wobei die Zeiten eher ruhig sind. In der Sonntagsfrage gibt es nur eine Verschiebung um einen Prozentpunkt – der ging von der SPD an die Grünen. Was zeigt, dass die Themensetzung über das Ansehen der Parteien entscheidet: In der Vorwoche profitierte die SPD davon, mit der Grundrente ein soziales Thema gesetzt zu haben. Dem nun wieder einsetzenden Klima-Hype verdanken die Grünen ein besseres Ergebnis.

Wobei Politiker auch von einem starken Auftritt profitieren können. Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder hielt auf dem CDU-Parteitag eine umjubelte Rede. Die Unions-Anhänger bewerten ihn mit 2,2 Punkten. Wobei immer auch entscheidet, wer eine Umfrage in Auftrag gibt – das Ergebnis des nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet veröffentlicht das ZDF nicht.

Grafik: ZDF/ Forschungsgruppe Wahlen