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Nachrichten Überregional | Am heutigen Donnerstagvormittag (29.10.2020) wurden bei drei Angriffen mehrere Menschen getötet und schwer verletzt. Zwei der Angriffe ereigneten sich in Frankreich, ein dritter ereignete sich im französischen Konsulat in Saudi-Arabien.

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Drei Tote in Nizza

Ein mutmaßlicher Islamist soll in der Basilika Notre-Dame im Zentrum von Nizza mindestens drei Personen (zwei Frauen und einen Mann) mit einem Messer angegriffen und getötet haben.

Der Täter schnitt nach Angaben der Polizei einer der beiden Frauen die Kehle durch. Laut einigen Medienberichten hat er die 70-jährige Frau sogar enthauptet. Das männliche Opfer soll durch Messerstiche in den Hals getötet worden sein. Laut der Tageszeitung „Le Parisien“, soll es sich bei dem Getöteten um den Küster der Gemeinde handeln. Bei dem dritten Opfer soll es sich um eine 30-jährige Frau handeln, die sich noch schwer verletzt aus der Kirche in ein Cafè geschleppt haben soll und dort verstarb. Der Tatverdächtige konnte bereits festgenommen werden.

Wie der Bürgermeister Christian Estrosi mitteilte, soll der mutmaßliche Täter immer wieder  „Allahu Akbar“ gerufen haben. Es deute alles auf einen Terroranschlag hin, so der Bürgermeister.

Angreifer nahe Avignon von der Polizei erschossen

Auch in der Nähe der südfranzösischen Stadt Avignon kam es zu einen mutmaßlich islamistischen Angriff auf Passanten. Laut der Polizei soll ein Mann in dem Ort Montfavet mehrere Menschen mit einer Pistole bedroht haben. Die Polizei habe den Mann erschossen, heißt es weiter. Wie der Hörfunksender Europe 1 berichtete, soll der Angreifer mehrfach „Allahu akbar“ gerufen haben.



Angriff auf das französische Konsulat in Dschidda

Nur kurze Zeit später kam es zu einem Angriff auf das französische Konsulat in Dschidda in Saudi-Arabien. Dort wurde ein Wachmann vor dem Konsulat mit einem Messer attackiert und verletzt. Wie die französische Botschaft in dem Land mitteilte, handelte es sich bei dem Angreifer um einen Einheimischen, der direkt im Anschluss an die Tat festgenommen werden konnte. Der verletzte Wachmann sei in ein Krankenhaus gebracht worden, befinde sich glücklicherweise aber nicht in Lebensgefahr, heißt es. Zur Staatsangehörigkeit des Verletzten macht die französische Botschaft keine Angaben.

Polizeisprecher Mohammed al-Ghamdi erklärte, dass es sich bei dem Angreifer um einen rund 40 Jahre alten Mann handeln soll. Er habe den Wächter mit einem scharfen Werkzeug angegriffen und sei dann von saudischen Sicherheitskräften überwältigten worden. Die Botschaft rief alle Franzosen in Saudi-Arabien zu „erhöhter Wachsamkeit“ auf.

Höchste Terror-Warnstufe ausgerufen

Aufgrund dieser Ereignisse hat Frankreich die höchste Terror-Warnstufe ausgerufen. Diese gilt landesweit, wie der französische Premierminister Jean Castex am heutigen Donnerstag mitteilte. Im Laufe des morgigen Freitags will die Regierung nach Angaben von Castex in einer Krisensitzung über die Lage beraten und das weitere Vorgehen besprechen.

Paris hatte bereits zuvor Warnungen für Franzosen in der Türkei, Bangladesch und Indonesien ausgesprochen. Hintergrund sind die aktuellen Spannungen zwischen Frankreich und zahlreichen muslimischen Ländern wegen der Veröffentlichung der Mohammed-Karikaturen. Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron hatte nach dem islamistischen Anschlag auf einen Lehrer bei Paris vor einigen Wochen die Veröffentlichung der Karikaturen stark verteidigt. Damit hatte er massive Proteste in vielen muslimischen Ländern ausgelöst.

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