Die erste Prognose im ZDF hat eine klare Tendenz aufgezeigt: Die Ampel hat weiterhin eine Mehrheit in Rheinland-Pfalz, damit bleibt Malu Dreyer (SPD) voraussichtlich Ministerpräsidentin. Den Freien Wählern könnte erstmals der Einzug in den Landtag gelingen.

Die SPD hat zwar laut der Prognose mit 33,5 Prozent leicht an Stimmen verloren, bleibt aber stärkste Kraft. Damit stellen die Sozialdemokraten weiterhin den Landtagspräsidenten. Die Grünen haben sich mit 9,5 Prozent im Vergleich zur letzten Wahl deutlich verbessert – bleiben aber hinter den Werten zurück, die ihnen zwischenzeitlich in den Umfragen zugestanden wurden. Die Vertreter von SPD, Grünen und FDP ließen vor der Wahl erkennen, dass sie die Ampel fortführen wollen, wenn diese wieder eine Mehrheit erreicht.

Baldauf zu nett?

Überraschend kommt das Ergebnis der FDP. Die hatte im Wahlkampf lange bangen müssen, ob sie überhaupt wieder in das Parlament einzieht. Nun steht sie mit Prognosen in den Umfragen mit 6,5 Prozent gut dar und wird den Wiedereinzug wohl leicht schaffen.

Herausforderer Christian Baldauf wurde von manchen Medien ein zu lascher Wahlkampf attestiert. Bleibt es bei dem Ergebnis der Prognose von 25,5 Prozent, würde er das historisch schlechteste Ergebnis der CDU holen. Die CDU-Kampagne war überschattet von dem Maskenskandal in Reihen der Bundestagsfraktion sowie zahlreichen Pannen rund um das Management der Pandemie.

Bedingte Aussagekraft

Bangen müssen die Freien Wähler. In der Umfrage kamen sie auf 5,5 Prozent. Damit ist der erstmalige Einzug in den Landtag möglich, aber noch nicht sicher. Die AfD steht mit 10,5 Prozent besser da, als es die Umfragen scheinen ließen, wird aber wohl Stimmen verlieren.

Die Prognose beruht auf Befragungen vor den Wahllokalen. Die Aussagekraft könnte dieses mal geringer sein, warnt die Süddeutsche Zeitung. Denn in Folge der Pandemie ist der Anteil der Briefwähler deutlich höher. Deren Stimmungsbild spiegelt die Prognose nicht wider.