Johannisfest in der Landeshauptstadt Mainz

Deutschland ist das Land der Volksfeste und Kirmesplätze schlechthin. Geht man nach den aktuellen Prognosen des Robert-Koch Instituts und angesehener Virologen, werden wohl im Jahr 2020 keine Volksfeste mehr stattfinden. Abstand halten und soziale Kontakte meiden ist die Strategie, mit fatalen wirtschaftlichen Auswirkungen für die Schausteller,- und Veranstaltungsbranche.

 


Über 5.000 Schaustellerbetriebe sind in der Bundesrepublik zu verzeichnen und diese beschäftigen insgesamt rund 45.700 Mitarbeiter bundesweit. Mit über 11.500 Volksfesten ist Deutschland Nummer 1 im europäischen Vergleich.

Kontaktverbote und Ausgangsbeschränkungen sind die aktuellen Maßnahmen der Regierung. Es müssen Menschenansammlungen aller Art unterbunden werden, nur notwendige Kontakte innerhalb Familien oder systemrelevante Kontake auf der Arbeit sind noch erlaubt (mit Einschränkungen). Veranstaltungen sowie Konzerte oder Messen werden nach dem jetzigen Stand ebenfalls betroffen sein.

Es werden wohl keine Veranstaltungen mit größeren Menschengruppen mehr stattfinden

Nach der Absage des Mainzer Rhein-Frühling und den örtlichen Volksfesten wird wohl auch dem Johannisfest und den nachfolgenden Festen in der Landeshauptstadt Mainz eine Absage erteilt.

Ein Sprecher des Robert-Koch Instituts teilte in dieser Woche gegenüber BoostyourCity mit, dass die aktuelle Situation und der wahrscheinliche neue Coronavirus-Schub im Herbst es nicht zulassen werden, dass wir in diesem Jahr noch irgendwelche Veranstaltungen im Innen,- sowie Außenbereich mit größeren Menschenansammlungen erleben werden.

Weitere Absagen werden die Volksfestkultur in Deutschland verändern

Die bereits erfolgten Absagen von Volksfesten, sowie die bevorstehenden Absagen bedeuten für die Schausteller einen Totalausfall. Die Entscheidungen bedrohen ganz konkret tausende Arbeitsplätze in der Branche. Weitere Ausfälle sind wirtschaftlich nicht auszugleichen und könnten auf Dauer die Branche in Schutt und Asche legen. Die Volksfestkultur wird es wohl nach Stimmen von Experten so die nächsten Jahre nicht mehr geben. Das gesellschaftliche Leben wird sich ändern.

Der Deutsche Schaustellerbund e.V. (DSB) forderte bereits Anfang März umfassende Hilfen  für betroffene Unternehmen in der Schaustellerbranche. Diese sollten vom Bund, den Ländern oder von Kommunen zur Verfügung gestellt werden.

Mainzer Schausteller nutzen die Zeit um „Ehrenamtlich“ zu helfen

Um Equipment und die Transportfahrzeuge nicht nutzlos in den Hallen stehen zu lassen, haben viele Schausteller den Städten und Kommunen ihre Hilfe angeboten. Wenn beispielsweise eine Kirche einen Kran braucht, um ein Zelt aufzubauen, oder wenn Hilfsorganisationen einen LKW zum Transport benötigten, wollen die Schausteller ihre Geräte und Mitarbeiter zur Verfügung stellen – ehrenamtlich.

Comments are closed.