Foto: Thorsten Lüttringhaus

Ihren Unmut, über immer mehr Schließungen von Geburts- und Gynäkologiestationen in Rheinland-Pfalz, machten am gestrigen Mittwoch mehrere hundert Mitglieder von Landfrauenvereinigungen, Hebammenverbänden und dem Verein Motherhood e.V. bei einer Demonstration durch Mainz deutlich.

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Seit Jahren geht die Anzahl der Geburtshilfekliniken zurück. Geburtshilfe und alle damit verbundenen Gesundheitsleistungen (Abklärung akut auftretender Schwangerschaftsbeschwerden besonders an Wochenenden, Feiertagen, nachts und in der Ferienzeit, Schwangerschaftsverlaufskontrollen bei Überschreiten des errechneten Geburtstermines etc.) ist für Frauen in den ländlichen Regionen immer schwieriger erreichbar.

Die langen Anfahrtswege gefährden die Gesundheit von Schwangeren und Kindern. Eine frühzeitige stationäre Aufnahme führt zu einem höheren Kaiserschnittrisiko.

Mit Wegfall einer Geburtsklinik steigen die Geburten in den umliegenden Kliniken meist rasch und ohne die nötige Anpassung von Personal und Raumangebot. Dadurch verschärfen sich die ohnehin problematischen Arbeitsbedingungen in den Geburtsstationen, wo Hebammen oftmals 3, gelegentlich auch bis zu 5 Gebärende gleichzeitig betreuen.

Die Zukunftsfähigkeit und Lebendigkeit der ländlichen Regionen hängen auch von der Anzahl der Geburten ab. Nur dort, wo eine geburtsmedizinische Versorgung sichergestellt ist, sind auch Bleibe und Rückkehrperspektiven für junge Frauen und ihre Familien vorhanden. Auch im ländlichen Raum haben Frauen ein Recht auf eine gute und vor allem wohnortnahe Versorgung während Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett.

Nach dem Start der Demonstration am Mainzer Hauptbahnhof, übergaben die verschiedenen Verbände und Vereine bei der Abschlusskundgebung dem Ministerium eine Unterschriftenliste, die die Forderungen untermauern.

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