Nachrichten Mainz | Wie die Stadt Mainz berichtet, will Oberbürgermeister Michael Ebling ein halbjähriges Pilotprojekt mit zentraler Ansprechperson als Vermittler zwischen Kulturschaffenden, Veranstalterinnen und Veranstaltern sowie Anwohnerinnen und Anwohnern starten.

 


Die Landeshauptstadt Mainz ist, nicht zuletzt dank der Hochschulen, eine junge und dynamische Stadt mit einem regen Club- und Kulturleben am Abend und in der Nacht. Oberbürgermeister Michael Ebling will deshalb eine Anlaufstelle für die Betreiber von Clubs, Kneipen und Bars einrichten, die auch als Schnittstelle zu Anwohnerinnen und Anwohnern sowie der Stadtverwaltung dient.

Oberbürgermeister Michael Ebling dazu

„Wir brauchen einen Mittler oder eine Mittlerin für die unterschiedlichen Interessen: denen, die auf Nachtruhe vertrauen dürfen, und denen, die kulturell die Stadt beleben – in Clubs und Lokalen. Gerade Mainz hat hier viel kreatives Potential. Deshalb möchte ich einen Nachtkulturbeauftragten, oder eine Nachtkulturbeauftragte, ins Leben rufen – ein engagierter Mensch, welcher Interessen ausgleicht und Impulse für eine Kultur junger Menschen gibt. Die jungen Mainzerinnen und Mainzer sollen stärker merken, dass sie uns mit ihren Ideen willkommen sind. Bevor hierfür eine offizielle Stelle bei der Stadtverwaltung Mainz geschaffen wird, möchte ich im Rahmen eines halbjährigen Pilotprojekts einen Testlauf starten und mit einer ehrenamtlichen Nachtkulturbeauftragten, oder einem ehrenamtlichen Nachtkulturbeauftragten, den Bedarf und die Anforderung an eine solche Stelle ermitteln und ein Nachtkulturkonzept entwickeln.“

Nachtkulturbeauftragte/r gesucht!

❗ Ehrenamtliche/r Nachtkulturbeauftragte/r gesucht ❗Sie sind gut vernetzt, kennen sich in der Gastronomie- und Kulturszene aus und sind im Mainzer Nachtleben zu Hause? Sie sind ein Organisationstalent und können gut zwischen Menschen vermitteln? Wir suchen jemanden, der oder die Lust hat sich ehrenamtlich zu engagieren und unterschiedliche Akteure wie Anwohnerinnen und Anwohner, Gastronomiebetriebende und die Stadtverwaltung an einen Tisch zu bringen. Ziel ist es Konzepte zu erarbeiten, wie das Club- und Kulturleben am Abend und in der Nacht in der Landeshauptstadt Mainz weiterentwickelt werden kann.Interesse? Bewerbungen (gerne auch mit ersten Konzeptideen) bis zum 17. März 2020 an: ➡️ buero.oberbuergermeister@stadt.mainz.de ➡️ Mehr Infos: bit.ly/3bMe6yW (sba)Video: Landeshauptstadt Mainz

Gepostet von Landeshauptstadt Mainz am Donnerstag, 13. Februar 2020

Die Landeshauptstadt Mainz sucht deshalb eine ehrenamtliche Nachtkulturbeauftragte oder einen ehrenamtlichen Nachtkulturbeauftragten. Im Rahmen eines halbjährigen Pilotprojekts soll die Person alle Beteiligten (Clubbetreiber, Veranstalter, Anwohner und Stadtverwaltung) an einen Tisch bringen und beispielsweise in Form von Workshops Ideen, Wünsche und Anregungen aufnehmen und Konzepte erarbeiten wie man das Club- und Kulturleben am Abend und in der Nacht weiterentwickeln kann und wie dabei die Interessen der Anwohnerinnen und Anwohner berücksichtigt werden.

Wer kann sich für den Posten bewerben?

Gesucht wird eine Person, die mindestens 18 Jahre alt ist, eine Affinität zur Stadt und zur kreativen Szene hat, die das Mainzer Club- und Kulturleben kennt, kommunikativ ist und offen auf Menschen zugeht, Spaß daran hat Netzwerke zu bilden und es versteht in Konfliktsituationen zu vermitteln. Interessierte werden gebeten ihre aussagekräftigen Bewerbungsunterlagen, gerne auch mit ersten Konzeptideen, bis zum 17. März 2020 an folgende Adresse zu schicken: buero.oberbuergermeister@stadt.mainz.de.

Oberbürgermeister Michael Ebling wird gemeinsam mit einer Jury, bestehend aus Vertretern der Vereinigung Musik Szene Mainz und des Kulturbüros Rheinland-Pfalz, die Nachtkulturbeauftragte oder den Nachtkulturbeauftragten auswählen.

Das Pilotprojekt ist auf sechs Monate ausgelegt. Die Person übernimmt die Aufgabe ehrenamtlich und erhält dafür kein Gehalt. Die Stadt Mainz unterstützt mittels eines Büros und entsprechender Kommunikationstechnik. Nach einem erfolgreichen Auswahlprozess könnte die Umsetzung noch im ersten Halbjahr 2020 starten.

Die Junge Union zum Thema Nachtkulturbeauftragter

Die Junge Union in Mainz zeigt sich überrascht über die plötzliche Erklärung des Oberbürgermeisters zur Einsetzung eines Nachtkulturbeauftragten in Mainz. „Wir sind natürlich erfreut, dass OB Ebling unsere erneute Kritik aufgreift, aber wir hätten uns schon etwas mehr Ernsthaftigkeit bei der Umsetzung gewünscht! Während die Stadt beim Thema Radverkehr auf eine hauptamtliche Fahrradbeauftragte setzt, wird das Thema Nachtkultur mit Ehrenamt und zeitlicher Befristung abgespeist“, so Torsten Rohe, JU-Kreisvorsitzender.

Sein Stellvertreter Marc Philipp Janson erklärt weiter: „Um einen Versorgungsposten für die FDP zu schaffen, war man bereit, 3000€ Aufwandsentschädigung für ein doppeltes Wirtschaftsdezernat und ein zusätzliches Vorzimmer sowie Dienstwagen bereitzustellen. Der Nachtkulturbeauftragte soll aber – wahrscheinlich nur mit Schreibtisch und Faxgerät bewaffnet – das Kneipensterben neben seinem regulären Job beenden.“

Die jungen Christdemokraten verweisen auf andere Städte wie beispielsweise Mannheim, die einen konsequenteren Weg verfolgen, und sind sich einig: „Wir müssen etwas gegen das Kneipensterben unternehmen. Kneipen und Clubs müssen auch in Mainz weiter Bestand haben und nicht schärferen Lärmschutzregeln zum Opfer fallen. Es reicht nicht, mit großen Worten leere Versprechungen zu machen. Wenn Ebling das Thema ernst wäre, hätte er es im Koalitionsvertrag durchgesetzt und es stünden jetzt auch Mittel dafür zur Verfügung“, so Rohe und Janson abschließend.