Foto: Thomas Gottfried / MCV

Nachrichten Mainz | Am heutigen Dienstag gab die Mainzer Fastnacht eG (MFeG) eine Pressekonferenz im Forum der MVB. Mit dabei waren Markus Perabo, Vorstandssprecher der Genossenschaft, Dr. Oliver Kohl, Geschäftsführer von m-result sowie Aufsichtsrat-Mitglied der MFeG und Prof. Dr. Reinhard Urban, Präsident des Mainzer Carneval Vereins.

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Die Mainzer Fastnacht Genossenschaft ist die Dachorganisation der Fastnachtsvereine und -garden in der Fastnachtshochburg Mainz. Zweck der Genossenschaft, die 26 Mitgliedsvereine hat,  ist die Förderung des karnevalistischen Brauchtums.

Vergangene Woche wurde im Auftrag der Mainzer Fastnacht eG in Zusammenarbeit mit m-result – the data company und der VRM eine Online-Befragung durchgeführt mit dem Ziel herauszufinden, wie die Närrinnen und Narrhallesen in der kommenden Kampagne Fastnacht feiern wollen und würden.

Das Ergebnis der Umfrage

Die nicht repräsentative Umfrage haben 9.526 Personen vollständig beantwortet. Da die Teilnehmer nicht ausgewählt wurden, sondern jeder bei Interesse teilnehmen konnte, liegt die Anzahl der Teilnehmer, die Interesse an Fastnacht haben mit 97,9% hoch. Von ihnen gaben jedoch 53% an, dass sie kommende Kampagne an keiner Präsenzveranstaltung im Saal oder auf der Straße teilnehmen würden.

Nur wenige gaben an, dass sie an Veranstaltungen in geschlossenen Räumen teilnehmen würden, insbesondere der Besuch von Sitzungen, Bällen und Kneipenfastnacht wurde von der Mehrheit deutlich abgelehnt. Die Teilnahme an Veranstaltungen unter freiem Himmel kann sich nur etwa ein Drittel vorstellen. Die Teilnahmebereitschaft an Präsenzveranstaltungen sinkt proportional mit zunehmendem Alter und gerade vom klassischen Sitzungspublikum, das über 40 ist, planen noch nicht einmal 20% eine Sitzung zu besuchen.

Sind online-Veranstaltungen eine Alternative?

Mit Beginn der Pandemie haben sich viele Veranstaltungsformate geändert und selbst bei Weinproben machte die Digitalisrung keinen Halt. Könnten nun Online-Sitzungen eine Alternative für Fastnacht sein? Immerhin 57,2% der Befragten gaben an, dass sie sich Fastnacht auch online anschauen würden, darunter sogar über 50% der über 70-Jährigen, jedoch sind im Schnitt nur 25,9% bereit dafür zu bezahlen. „Die Befragung zeigt: Die Kosten zu decken oder gar damit Geld zu verdienen, wird vermutlich kein Selbstläufer werden“, so Dr. Oliver Kohl.

Weitere Ideen zur Fastnacht

Im freien Kommentarfeld der Umfrage konnten weitere Ideen zur Fastnacht geäußert werden, darunter gab es die folgenden Eingaben: openair-Sitzung bzw. -Stehung, Autokino Sitzung, Fastnachtliche Führungen im Freien, falls möglich Kneipenfastnacht im Freien unter Beachtung der Corona Maßnahmen, Terrassen- , Fenster- oder Hofveranstaltungen -auch mit Freunden gemeinsam.

Empfehlung der Mainzer Fastnacht eG

Vor diesem Hintergrund wird die MFeG in der Kampagne 2021 keine Präsenzveranstaltungen organisieren oder verantworten. Auch ihren 26 Mitgliedsgarden und -vereinen empfiehlt sie das. „Als Dachorganisation der Mainzer Fastnacht erwarten unsere Mitgliedsvereine und -garden von uns klare Handlungsempfehlungen. Dafür brauchten wir Informationen, die wir mit dieser Befragung nun haben. Unabhängig von der medizinischen Einschätzung, die wir nicht vornehmen können – es gibt offensichtlich kein Publikum für Präsenzveranstaltungen in diesem Jahr. Daher können wir niemandem empfehlen, Zeit, Geld und Herzblut dafür zu investieren“, so Markus Perabo. „Wir werden unsere Energie daher darauf konzentrieren, durch Nutzung von Synergien unseren Mitgliedern attraktive Online-Veranstaltungen zu ermöglichen“, so Markus Perabo weiter.

Keine Absage, jedoch auch keine typische Saal- und Straßenfastnacht

Auch der MCV als Veranstalter des Rosenmontagzuges und weiterer Umzüge in der Mainzer Innenstadt nimmt die Rückmeldungen aus der Befragung ernst. Überrascht ist er davon nicht. Der MCV plane keine typische Saal- oder Straßenfastnacht. „Die Ergebnisse der Umfrage legen möglicherweise nahe, dass Umzüge in diesen Zeiten nicht die Akzeptanz haben, um sie wirtschaftlich und vor allem verantwortungsvoll durchführen zu können“, sagt Prof. Dr. Reinhard Urban vom MCV. „Wir werden allerdings Wege finden, das Brauchtum der Mainzer Fastnacht angemessen zu pflegen und lebendig zu halten“, so Urban weiter. Es gelte die Verantwortung zu tragen für die Mitglieder und die Teilnehmer, dennoch soll es „Sichbares auf der Straße geben, jedoch ohne Menschenaufläufe.“ Typische Elemente des Mainzer Rosenmontagzuges sollen eingebunden werden.

Die Narrencharta soll am 11.11. verlesen werden

Sollte das Staatstheater unter Pandemiebedingungen geöffnet sein am Fastnachtswochenende, so wird es auch eine Fastnachtsposse geben. Die Scheierborzeler des MCV stünden bereit, so Prof. Dr. Urban. Anstatt des typischen Zugplakettchens wird sich der MCV noch eine Alternative überlegen, die zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht feststehe. Unklar ist noch, ob es ein Fastnachtsmotto geben wird. Sicher ist der Präsident des MCV, dass es am 11.11. eine Proklamation der Narrencharta geben wird. Der MCV sei mit der Stadt Mainz und dem Land im Gespräch unter welchen Bedingungen und wie es stattfinden kann. Eine Party mit 10.000 Menschen ist hierbei natürlich ausgeschlossen.

 

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