Foto: Chiara Forg | BoostyourCity.de

Nachrichten Mainz | Unter Federführung der Mainzer Stadtwerke AG arbeiten die Stadt Mainz, das Landesamt für Umwelt (LfU) in einem vom Bundesverkehrsministerium geförderten Projekt zusammen. Ziel ist es, die Auswirkungen von bereits umgesetzten Maßnahmen zur Vermeidung eines Diesel-Fahrverbotes in Mainz besser zu verstehen.

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Zusammenhänge zwischen Luftschadstoffen und Verkehr sichtbar machen

Dazu wurde gemeinsam mit zwei externen Fachunternehmen ein Netz aus Luftqualitätssensoren und Verkehrszählkameras entwickelt. Künftig soll dieses Netz dann die Datenbasis liefern, um mit Hilfe künstlicher Intelligenz Zusammenhänge zwischen Luftschadstoffen und Verkehr sichtbar zu machen. Das kameraunterstützte System wurde an diesem Donnerstag von der Mainzer Verkehrs- und Umweltdezernentin Katrin Eder und dem stellvertretenden Stadtwerke-Vorstandsvorsitzende Dr. Tobias Brosze in der Rheinallee vorgestellt.

Werte sind weiter gesunken

Bereits seit dem Jahr 2018 arbeitet die Stadt Mainz an der Umsetzung der im Green City Masterplan M³ identifizierten Maßnahmen und Projekten zur Verbesserung der Luftqualität in der Landeshaupstadt. An den seither immer weiter sinkenden Stickstoffdioxid-Werten zeigt sich, wie erfolgreich diese ersten umgesetzten Maßnahmen sind. Durch die Sperrung der Theodor-Heuss-Brücke und den coronabedingten Rückgang des Verkehrsaufkommens sind die Werte noch weiter gesunken. Damit liegen die Werte unter den gültigen Grenzwertens von 40 Mikrometer pro Kubikmeter Luft im Jahresmittelwert.

Allerdings konnten die tatsächlich existierenden Zusammenhänge zwischen Stickkstoffdioxid-Werten auf der einen und Wetter- und Verkehrslage auf der anderen Seite in Mainz wegen der eingeschränkten Datenlage bislang nur in statischen Modellen heraus gearbeitet werden. Dazu war ein enorm hoher Aufwand nötig. Eine kontinuierliche Erfassung der Messergebnisse und damit eine genauere Abschätzung der Wirkweisen der Maßnahmen kann erst durch den Aufbau der neuen intelligenten und dynamischen Sensorik erfolgen.

Verkehrs- und Umweltdezernentin Katrin Eder dazu

„Dies ist die Voraussetzung, um zielgerichtet weitere Maßnahmen zur dauerhaften Vermeidung eines umfassenden Dieselfahrverbots in Mainz herauszuarbeiten. Hier setzt das Projekt der Mainzer Stadtwerke AG an. Besonders zu erwähnen ist, dass die intelligenten Luftqualitätssensoren die bestehenden offiziellen Messstellen nicht ablösen oder zu diesen in Konkurrenz stehen. Sie sind eher eine Ergänzung, denn sie helfen dabei, die verfügbaren Daten zeitlich und räumlich kleinteiliger aufzulösen und einen detaillierteren Blick auf die Luftqualität der Mainzer Innenstadt zu erhalten“



Dr. Tobias Brosze, technischer Vorstand der Mainzer Stadtwerke dazu

„In Ergänzung zu den vielfältigen bestehenden Angeboten an die Bürger, fokussieren wir immer stärker auch auf digitale Infrastruktur und Anwendungen. Bspw. ergänzen wir das kontinuierlich wachsende Glasfasernetz zukünftig durch ein eigens flächendeckendes Lora-Netz in Mainz. Diese Kommunikationsinfrastruktur ermöglicht es uns IoT-fähige und intelligente Sensor-Netzwerke für verschiedenste Anwendungsfälle aufzubauen und damit neue bisher nicht vorhandene Daten zu übermitteln. In diesem Projekt liefern unsere Partner neben den Sensoren auch die künstliche Intelligenz, mit der es erst möglich wird, diese Datenmengen auszuwerten und neues Wissen zur Luftqualität zu generieren.“

Das Messnetzwerk wird seit diesem Donnerstag testweise durch Kameras zur Ermittlung der Verkehrslage ergänzt. Die nicht personenbezogenen Daten, welche von den Kameras erfasst werden kontinuierlich und datenschutzkonform ausgewertet. Bald werden diese dann auch über das stadtwerkeeigene LoraWan-Netz Daten zu Verkehrsmenge, den Verkehrsfluss und die Zusammensetzung der Verkehrs Aufschluss geben. Dieses Messnetzwerk wird in den kommenden Tagen sukzessive auf acht Kamerasysteme an sechs Standorten entlang der Rheinachse und im Umfeld der Parcusstraße ausgeweitet. Anschließend werden die Daten der Luftqualitätssensoren und der Kamerasysteme von einem darauf spezialisierten Unternehmen unter anderem mit Wetterdaten verschnitten und dauernd ausgewertet.

Sabine Riewenherm, Präsidentin des Landesamtes für Umwelt Rheinland-Pfalz dazu

„Unsere ZIMEN-Luftmessstationen und die Passivsammler liefern seit vielen Jahren bereits eine verlässliche Datengrundlage für kommunale Maßnahmenentscheidungen. Gerne tragen wir jetzt als Kooperationspartner der Stadt Mainz dazu bei, weitere Zusammenhänge zwischen Verkehrsaufkommen und Schadstoffbelastung herauszufinden. Die neu gewonnenen Erkenntnisse könnten auch für andere Kommunen wichtige Erkenntnisse liefern, um mit bestmöglichen und sehr gezielten Maßnahmen die Luftqualität vor Ort zu verbessern“, erklärte Sabine Riewenherm, Präsidentin des Landesamtes für Umwelt Rheinland-Pfalz.

Eder und Brosze begrüßen den Aufbau dieser vielversprechenden digitalen Infrastruktur durch die Mainzer Stadtwerke AG: „Wir sehen dies als einen wichtigen Baustein, die Luft in Mainz kontinuierlich weiter zu verbessern.“

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