Symbolfoto: Pixabay

Stadtverwaltung Mainz | Kompostierbare bzw. biologisch abbaubare Tüten werden gerne genutzt, da die Bio-Tonnen sauber bleiben und der Umwelt dadurch scheinbar nicht geschadet wird. Dieses bewusste Handeln ist sehr lobenswert. – Aber die meisten Nutzer/innen wissen nicht, dass diese Müllbeutel nicht in der Zeit verrotten, in der auch der Bioabfall kompostiert. Zudem bestehen sie zumeist nicht nur aus kompostierbaren Anteilen wie z. B. Bindemittel.

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Warum gibt es dann diese Bio-Tüten?

Wie bei vielen Erfindungen ist der Grundgedanke der kompostierbaren Beutel ein guter, jedoch wurde in der praktischen Umsetzung nicht bedacht, wie die Verwertung des Bioabfalls geschieht. In den meisten Biomasseanlagen (wie auch in Essenheim) durchläuft der Biomüll nach der Vergärungsstufe verschiedene Rottephasen. Diese Prozesse dauern insgesamt etwa 45 Tage. Als Endprodukte werden Biogas zur Stromerzeugung und nährstoffreiche Komposterde gewonnen. Die „Bio-Beutel“ brauchen jedoch wesentlich länger, um sich zu zersetzen – etwa 6 Monate und länger. Sie sowie die nicht zersetzbaren Anteile bleiben daher als Rückstände übrig und beeinträchtigen die Qualität der Komposterde. Somit sind sie in der Praxis genauso ein Störstoff, wie Plastik oder andere nicht kompostierbare Gegenstände, stören den Verrottungsprozess und werden aussortiert – und im Müllheizkraftwerk verbrannt.

Die Biotonnen bleiben stehen

Biotonnen werden nicht geleert und bleiben stehen, wenn eine Befüllung mit Störstoffen wie z. B. den kompostierbaren Beuteln festgestellt wird. Daher unser Tipp: Sparen Sie sich das Geld für die biologisch abbaubaren Müllbeutel und greifen auf die altbewährten Papiertüten oder alte Zeitungen zum Einpacken Ihres Bioabfalls zurück.

Und wie halten Sie Ihre Mülltonnen sauber?

Zum einen können Sie die Tonnen mit Zeitungspapier auskleiden, feuchte Bioabfälle in genügend Zeitungspapier einwickeln, sollten aber auf keinen Fall Flüssigkeiten einfüllen. Zum anderen sollte man bei schon vorhandener Flüssigkeit in der Tonne diese mit Sägespäne oder Zeitungspapier befüllen., damit die Flüssigkeit aufgesaugt wird. Des Weiteren besteht auch die Möglichkeit, die Tonnen durch den Entsorgungsbetrieb reinigen zu lassen, falls Sie keine eigenen Möglichkeiten dazu haben oder die Reinigung nicht selbst durchführen wollen.

Boost your City war in der Biomasseanlage, um mehr darüber zu erfahren

Zu Besuch in der Biomasseanlage zwischen Wackernheim und Essenheim

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