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Nachrichten Mainz | Durch die Corona-Pandemie und damit einher gehende Einschränkungen seit dem März 2020 kam es in vielen Geschäftszweigen der Mainzer Wirtschaft zu essentiellen Einschnitten – ob Kultur und Veranstaltungswesen, die Gastronomie, Schausteller oder Gewerbetreibende im Einzelhandel, in Großkaufhäusern oder Industriebetrieben, die Wirtschaft ging insgesamt mit dem Lockdown durch eine in dieser Form nie zuvor erlebte Krise und hatte mit massiven Einbußen zu kämpfen. In nicht wenigen Geschäftssparten brachen die Umsätze nahezu komplett weg.

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Ein verkaufsoffener Sonntag war die Idee

Die Erholung kam langsam, für vereinzelte Geschäfte sogar leider zu spät. Mit der Diskussion um ein möglichst detailliertes Sicherheits- und Hygienekonzept zur Durchführung des geplanten Weihnachtsmarktes im Jahr 2020 – massive Entzerrung der Stände, Abstand, klare Wegebeziehungen, und hohen Kontrollstandards – war zugleich die Idee aufgekommen, mit dem ersten Wochenende nach der möglichen Eröffnung des sich – im Fall der Fälle – 2020 deutlich verändert angesiedelten Weihnachtsmarktes ein ergänzendes Angebot zu unterbreiten. Mithin sollte dem den Planungen zufolge am Donnerstag, 26. November 2020, öffnenden Weihnachtsmarkt ein verkaufsoffener Sonntag am 29. November (1. Advent) folgen.

Wirtschaftsdezernentin Manuela Matz dazu

„Diesen Impuls haben wir nach einer internen Abstimmung jedoch rasch wieder verworfen“, betont Wirtschaftsdezernentin Manuela Matz: „Die Grundidee, dem Einzelhandel und größeren Geschäften durch einen verkaufsoffenen Sonntag nach sehr tristen Monaten höhere Umsätze zu ermöglichen, bleibt wichtig und vor dem Hintergrund der eklatanten Umsatzeinbrüche ganzer Branchen während des Lockdowns auch richtig. Wir waren uns alle aber sehr schnell darin einig, dass eine konkrete Umsetzung aufgrund des aktuellen Pandemie-Geschehens in absehbarer Zeit nicht zielführend wäre: Die richtige Idee, aber der leider definitiv falsche Moment für die Umsetzung.“

Nachholtermin im Frühjahr geplant

Anja Obermann, Vorsitzende von Mainz City Management e.V.: „Leider zeigt sich die Corona-Situation in Mainz derzeit auf einem solch kritischen Level, dass auch wir uns dagegen aussprechen, in diesem Jahr noch einen verkaufsoffenen Sonntag durchzuführen. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben – wir planen einen neuen Anlauf im Frühjahr in der Hoffnung, dass das Pandemiegeschehen hoffentlich abebbt.“



Martin Lepold, Sprecher der Werbegemeinschaft dazu

„Das ist der richtige Weg – aufgrund der angespannten Lage empfände ich das Beharren auf der Durchführung im Umfeld des Weihnachtsmarktes als wenig verantwortungsvoll. Die Stadt wäre an einem solchen verkaufsoffenen Tag voller Menschen – was sonst sehr gewünscht ist, wäre nun aus gesundheitlicher Warte eher kontraproduktiv. Es bedürfte personalintensiver Einlasskontrollen vor den Türen – der ‚Erlebniseinkauf‘, den wir dem Kunden an einem solchen Tag bieten wollen, wäre nicht zu realisieren. Daher sehe ich den Verzicht und eine Neuplanung zu einem günstigeren Zeitpunkt als absolut richtig an.“

„Das absolut falsche Signal“

Dem stimmt auch der Sprecher des Einzelhandelsverbandes, Jan Willenberg-Sebastian, uneingeschränkt zu: „Zum gegenwärtigen Moment kann ein verkaufsoffener Sonntag kein ernsthaftes Ziel sein – gerade vor dem Hintergrund von Menschenmengen in der Innenstadt. Dies wäre angesichts des Pandemiegeschehens das absolut falsche Signal. Allerdings plädiere auch ich dafür, im nächsten Jahr – nach einer hoffentlich eintretenden Besserung der Situation – dieses Ziel wieder ins Visier zu nehmen. Dabei sollten wir darauf achten, uns gerade nicht auf ein herausragend großes Ereignis zu fokussieren, sondern mit Unterstützung der Wirtschaftsförderung ein Event zu schaffen, das den gesetzlichen Anforderungen genügt, jedoch im Umfang nicht überbordend ist. Damit wäre allen Beteiligten geholfen und das Ambiente wäre zugleich stimmig.“

Wirtschaftsdezernentin Matz greift dieses Votum gern auf: „Wir bringen diese Anregungen gern als Arbeitsauftrag in die Wirtschaftsförderung und werden ein stimmiges Konzept entwickeln. Alles natürlich unter dem steten Vorbehalt, dass die Infektionszahlen bis dahin wieder in den grünen Bereich sinken.“

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