links: Michael Vogt | rechts: Michael Ebling

Nachrichten Mainz | Die Gastronomie steht zur Zeit vor vielen Herausforderungen. In der vergangenen Woche hatte Boost your City daher mit Michael Vogt, einem Mainzer Gastronom darüber gesprochen, warum er seine Lokale vorerst noch geschlossen lässt (wir berichteten). Nach einem Gespräch zwischen dem Mainzer Oberbürgermeister Michael Ebling und Michael Vogt, sprachen wir an diesem Dienstag erneut mit Michael Vogt.

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Ein positives Gespräch mit dem Oberbürgermeister

Aufgrund eines Facebook Posts von Michael Vogt, in dem er dem Oberbürgermeister einige Vorwürfe gemacht hatte, war dieser zunächst etwas verärgert. Michael Vogt erklärte Boost your City gegenüber, dass dies im Nachhinein auch eine verständliche Reaktion des Oberbürgermeisters war. „Ich war in dem Moment einfach aufgebracht und habe mich daher umso mehr gefreut, dass er mich trotzdem noch angerufen hat. Natürlich verstehe ich auch, dass er da sauer war. Das Gespräch verlief dann auch sehr positiv und ich denke wir können nun beide die Standpunkte des Anderen etwas besser nachvollziehen.“, erklärte Vogt.

Außengastronomie kommt für Michael Vogt nicht infrage

„Wir haben im Prinzip über alles gesprochen und auch über die Art, wie man den Gastronomen helfen könnte. Er selbst konnte da nichts versprechen, hatte aber beispielsweise gefragt, ob ich Tische vor das Lokal haben möchte. Doch das bringt mir nicht viel, die Bürgersteige sind schmal, da würden wenn überhaupt drei Tische hin passen. Zudem sind dort Anwohnerparkplätze, die würden mir wahrscheinlich ins Kreuz treten. Dann kann ich jeden Tag erstmal einen Abschleppdienst rufen, dass die die Parkplätze frei machen. Nein das wäre mir zu viel Aufregung.“ , so der Gastronom.

Diskotheken könnten bestuhlt werden

Weiterhin berichtet er von einem Vorschlag seinerseits: „Ich habe ihm vorgeschlagen, dass man beispielsweise die Tanzfläche außer Betrieb lässt und die bestuhlt. Dann könnte man Diskotheken wieder öffnen, eben nur im Sinne einer Schankwirtschaft. Dann müsste aber auch der Nutzungsplan kurzfristig und problemlos geändert werden. Da müsste also noch etwas gemacht werden. Das Problem dabei ist, dass ich dann auf meine Live-Konzession verzichten müsste. Die müsste ich mir dann neu holen, wenn die ganze Sache vorbei ist. Aber wer sagt mir denn, dass ich die dann wieder bekomme? Deshalb denke ich, dass die Stadt da erstmal mit dem Ordnungsamt sprechen müsste, dass sie die Nutzungsbedingungen kurzfristig ändern könnten und dass es dann vor allem später bei der Rückführung keine Probleme gibt.“

Das Finanzamt fordert jetzt Zahlungen für 2018

Zudem berichtet Michael Vogt über einen Brief, den er vom Finanzamt erhielt. „Ich habe heute eine Nachricht vom Finanzamt bekommen, dass die Steuer für 2018 fällig ist. Daraufhin habe ich dort nachgefragt, wie das sein kann, mitten in der Pandemie wo ich keine Einnahmen habe. Beim Finanzamt sagte man mir, dass es ja hier um 2018 gehe und nicht um die aktuelle Situation. Es müsse also trotz fehlender Einnahmen jetzt gezahlt werden. Ich muss dafür einen fünfstelligen Betrag aufbringen. Das verstehe ich nicht ganz, wieso auf der einen Seite vieles gestundet wird und dann aber Beträge aus 2018 fällig werden.“, kritisierte Michael Vogt.

Ein runder Tisch sollte einberufen werden

Unter anderem wegen dem Brief des Finanzamtes schlug er dem Oberbürgermeister einen runden Tisch unter Gastronomen vor. „Ich habe Michael Ebling vorgeschlagen, dass wir einen runden Tisch einberufen für Gastronomen. Dabei könnte es in erster Linie um einen Meinungs- und Erfahrungsaustausch gehen. Ich als Diskotheken- und Kneipenbesitzer weiß zum Beispiel nicht welche Probleme ein Restaurantbetreiber hat und anders herum. Ich denke da wäre ein Austausch sinnvoll und man könnte vermutlich auch von den Erfahrungen der anderen profitieren. Im besten Fall sollte dann auch jemand vom Ordnungsamt, von der Polizei und der Stadt dabei sitzen, der Rest eben Gastronomen. So könnten zum Beispiel auch Dinge wie die Zahlung für 2018 thematisiert werden. Die Idee fand Michael Ebling sehr gut, ich hoffe das wird auch bald so umgesetzt werden.“, so der Gastronom.

Seine Gäste unterstützen ihn

„Ein Gast von mir malt, der hat ein paar Bilder zur Versteigerung raus gegeben, da werden wir die Erlöse bekommen. Und ein weiterer Gast, der nicht benannt werden möchte, hat uns eine Spende in Höhe von 1.000 Euro für die Mitarbeiter zukommen lassen. Das Geld wurde auch schon komplett an meine Mitarbeiter ausgezahlt.“, berichtet Michael Vogt abschließend.

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